Nach Schummel-Vorwürfen: Stiefel-Kandidat sagt Auftritt bei Lanz ab
zuletzt aktualisiert: 07.10.2009 - 08:43Freiburg (RP/RPO). Die Zweifel an "Wetten, dass..?"-Kandidat Thomas Schuster wachsen. Der Kandidat, der bei Gottschalk am Geruch von Stiefeln ihre Trägerinnen erkannt haben will, steht unter Schummel-Verdacht. Mit einem Auftritt in der Sendung von Markus Lanz sollte er im ZDF erneut seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Nun hat Schuster abgesagt.
Am Donnerstagabend sollte Schuster in der ZDF-Sendung zeigen, wie gut er wirklich riechen kann. Doch der will plötzlich nicht mehr. Begründung laut Medienberichten: er wolle sich keinem Rechtfertigungsdruck aussetzen.
Die Redaktion von Lanz habe mit Schuster gesprochen und Verständnis für seine Entscheidung, heißt es beim ZDF. Die Mediensituation habe sich nach den Veröffentlichungen geändert.
Der so genannte Rechtfertigungsdruck wird nach der Absage eher wachsen. Der Vorwurf, Schuster habe die Träger der Gummistiefel nicht am Fußgeruch erkannt, sondern mit Hilfe präparierter Stiefel, steht im Raum. Das ZDF beteuerte, die Redaktion habe die Wette vorher wie üblich überprüft und "nichts Auffälliges" festgestellt.
Wer sich den Auftritt des 47-Jährigen jedoch ansieht und sich dabei nicht von den Schwenkbewegungen ablenken lässt, mit denen er die Schuhe während der Schnupperphase immer wieder kreisen lässt, erkennt: Schuster tastet die Schuhe ab. Sie hatten unterschiedlich große Krempen und, so schrieb die "Bild"-Zeitung nach Begutachtung der Schuhe, unterschiedlich abgelaufene und zerkratzte Sohlen. Auch "die eingeprägten Schuhgrößen sind ertastbar", hieß es.
Mediziner zweifeln ohnehin. "Unsere Nase ist nicht in der Lage, die feinen Unterschiede eines Schweißgeruchs zu erriechen", zitiert "Bild" den Hamburger Hals-Nasen-Ohren-Facharzt Christoph Külkens. Die Äußerung Schusters, dass der linke Fuß stärker rieche, bezeichnete der Arzt als "Unsinn".
Sollte sich herausstellen, dass Schsuter die Zuschauer bei seinem insgesamt schon dritten "Wetten, dass..?"-Auftritt getäuscht hat, würde man ihn "nicht mehr einladen", versicherte ein Sprecher des ZDF.
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