Premiere bei ProSieben: Stromberg wird zum Kommissar
zuletzt aktualisiert: 01.11.2010 - 12:57Düsseldorf (RP). Er flucht, wettert, schimpft, gerne auch mal über Minderheiten. Kommissar Kreutzer schert sich einen Teufel um gute Manieren; so lange es der Wahrheitsfindung dient, stößt er seine Mitmenschen permanent vor den Kopf. "Kreutzer kommt", der Titel der Eigenproduktion von ProSieben, klingt nicht von ungefähr wie eine Drohung.
Ohne den Schauspieler Christoph Maria Herbst aber wäre dieser Kreutzer wohl ein zahnloser Kläffer. Die Rolle funktioniert, weil der Zuschauer bei Herbst sofort den Büro-Tyrannen Stromberg mitdenkt. Christoph Maria Herbst hat die Rolle des Ekels perfektioniert - und scheint, Kehrseite des Erfolgs, nun darauf abonniert.
Viermal bekam Herbst für seine brillante Darstellung des despotischen Chefs den Deutschen Comedypreis, und daran muss er sich wohl auch bei seinem Kreutzer messen lassen. Denn auch der kauzige Kommissar soll, wenn die Einschaltquote stimmt, vielleicht in Serie gehen.
Das Script mischt bekannte Versatzstücke mit originellen Einfällen. So gestattet sich der Ermittler maximal vier Stunden, 37 Minuten und 48 Sekunden, um den Fall zu lösen. Des Mordes verdächtig an einer Nachtclubsängerin sind alle Anwesenden - Agatha Christie lässt grüßen. Nur das Gebaren des Kommissars ohne Vornamen ist so gar nicht gentleman-like. "Er ist ein Arschloch von hohen Graden", fasst es Herbst typisch prägnant zusammen.
Wie sehr Kreutzer dabei in seinen Äußerungen an die Grenzen des Erträglichen geht, lässt sich in einer Auswahl seiner Sprüche zeigen.
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