Einstweilige Verfügung: "Titanic" darf Beck-Cover nicht mehr zeigen
zuletzt aktualisiert: 05.07.2006 - 09:01Berlin/Frankfurt (rpo). SPD-Chef Kurt Beck hat eine einstweilige Verfügung gegen das Satire-Magazin "Titanic" erwirkt. Das Blatt hatte den Politiker mit der Schlagzeile "Problembär außer Rand und Band: Knallt die Bestie ab!" abgebildet. Auch von der Internetseite des Blatts ist das Cover mittlerweile verschwunden.
"Ich finde, mit Humor hat es wenig zu tun, wenn ein Mensch als Bestie bezeichnet wird, die abgeschossen werden soll", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident am Dienstag in Berlin. Becks Anwälte erwirkten dagegen eine einstweilige Verfügung beim Hamburger Landgericht. Danach darf die "Titanic"-Ausgabe mit dem Beck-Titelbild nicht mehr ausgeliefert werden.
Auch sonst, etwa im Internet, darf das Magazin das Bild mit der Unterschrift nicht mehr zeigen. Bei Zuwiderhandlung droht dem Blatt nach Angaben von "Titanic"-Chefredakteur Thomas Gsella die Zahlung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 250 000 Euro. Die bereits ausgelieferten Ausgaben dürfen laut Gsella allerdings weiter am Kiosk verkauft werden.
Gsella reagierte mit Unverständnis auf die gerichtliche Verfügung. Das Anliegen der "Titanic" sei von Beck und der SPD missverstanden worden, sagte er auf ddp-Anfrage in Frankfurt am Main. "Wir wollten die bärenverachtende Grausamkeit der bayerischen Bärenkiller geißeln", erklärte Gsella die angebliche Absicht der Redaktion. Dafür habe man "einen Bären gesucht, der Lebensfreude ausstrahlt". Und bei dieser Suche sei man auf ein Foto von Beck gestoßen.
Die Redaktion überlegt nach Angaben des Chefredakteurs bereits, wie sie in der kommenden "Titanic"-Ausgabe auf den Streit mit Beck eingehen könne. Möglicherweise werde man Beck "zu einem ähnlichen Maskottchen aufbauen wie weiland Helmut Kohl", sagte Gsella. Der CDU-Altkanzler sei insgesamt 80 Mal auf dem Titel der "Titanic" gewesen, habe sich deshalb allerdings kein einziges Mal gemeldet.
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