Chlodwig Poth erlag einem Krebsleiden: "Titanic"-Mitbegründer ist tot
zuletzt aktualisiert: 08.07.2004 - 15:49Frankfurt/Main (rpo). Chlodwig Poth, Karikaturist und Satiriker, ist tot. Der Mitbegründer der Satire-Zeitschrift "Titanic" starb im Alter von 74 Jahren.
Der Mitbegründer der "Neuen Frankfurter Schule" erlag am Donnerstagmorgen in Frankfurt am Main einem Krebsleiden, wie das Frankfurter Museum "Caricatura" bekannt gab. Poth, der wegen einer unheilbaren Krankheit in den vergangenen Jahren langsam erblindete, war Mitbegründer der Satire-Zeitschrift "Pardon" und der "Titanic", an der er bis zuletzt mitgearbeitet hatte. Im vergangenen Jahr war ihm die Frankfurter Goethe-Plakette verliehen worden.
Erst am Dienstag war Poths Kollege Bernd Pfarr ebenfalls einer schweren Krankheit erlegen. Beide hatten als Karikaturisten für die "Titanic" gearbeitet, bei der Poth auch Gesellschafter war.
Der in Wuppertal geborene Poth war nach eigenen Angaben schon früh von Zeichnungen und Karikaturen, vor allem von Wilhelm Busch, begeistert: "Ich bin fest davon überzeugt: Dass ich Karikaturist werden würde, ist mir an der Wiege gesungen worden. Diese komischen Zeichnungen in Zeitschriften und Büchern haben mich so sehr und seltsam fasziniert, bevor ich lesen konnte, bevor ich ihren Sinn begriff und ihren Witz verstand, dass es einfach so gewesen sein muss", schrieb er auf seiner Internetseite. Er machte sich aber auch als satirischer Autor einen Namen.
Bereits 1947 an einem ersten Satire-Magazin versucht
Bereits 1947 hatte sich der damals 17-Jährige an einem eigenen Satire-Magazin versucht. 1962 beteiligte er sich an der Gründung der Satirezeitschrift "Pardon", für die er lange gemeinsam mit Kollegen wie Robert Gernhardt, F. K. Wächter, W. F. Bernstein und Eckhard Henscheid arbeitete, mit denen er die "Neue Frankfurter Schule" bildete. Bekannt wurde er vor allem mit seiner Serie "Mein progressiver Alltag", die er 1975 auch als Buch herausgab. Ende der 70er Jahre gründete Poth dann nach Differenzen mit "Pardon"-Verleger Hans Nikel gemeinsam mit anderen das Satire-Magazin "Titanic". Dort hatte er vor allem mit seiner Kolumne "Last Exit Sossenheim" Erfolg, womit er Sossenheim zum "bekanntesten Stadtteil Deutschlands" machte, wie Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth bei der Verleihung der Goethe-Medaille sagte.
Der Frankfurter Kulturderzenent Hans-Bernhard Nordhoff bezeichnete Poths Tod als großen Verlust für die Kulturstadt Frankfurt, "in der er einer der kreativsten, aber auch kritischsten Köpfe war". Nur zwei Tage nach Bernd Pfarr verliere die Stadt einen weiteren Schöpfer skurriler Bildgeschichten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








