Benefiz-Shows in der Vorbereitung: TV-Galas für die Flutopfer
zuletzt aktualisiert: 29.12.2004 - 16:15Berlin (rpo). In den verwüsteten Gebieten in Südostasien werden große Geldsummen benötigt, um auch nur ansatzweise Hilfe leisten zu können. Als erster Fernsehsender in Deutschland hat Sat.1 für den 6. Januar eine Benefiz-Gala angekündigt. Auch ARD und ZDF bereiten Shows vor, um Spendengelder einzusammeln. Die Deutsche Welthungerhilfe hat angeregt, dass alle deutschen Sender eine gemeinsame Spenden-Gala auf die Beine stellen sollen.
Bei dem Live-Event auf Sat.1 wird Moderator Kai Pflaume dem Sender zufolge um Spenden für die "Aktion Deutschland hilft" bitten, einem Bündnis von elf Hilfsorganisationen, darunter Care, World Vision und die Johanniter. Die Verbände arbeiten mit lokalen Partnerorganisationen in Südindien, Sri Lanka, Thailand und Indonesien zusammen.
An den Sat.1-Spendentelefonen werden Prominente die Anrufe der Zuschauer entgegennehmen. Mit dem Geld soll vor allem der Bau von Waisenhäusern unterstützt werden. Nach aktuellen Schätzungen verloren bis zu 20.000 Kinder bei der Katastrophe ihre Eltern.
Das ZDF hofft laut Sprecher Walter Kehr, dass die Sonder-Sendung bereits in der nächsten Woche laufe kann. Derzeit werde "mit Hochdruck" an einer Show mit Prominenten und Überlebenden gearbeitet.
Die ARD bereitet nach Angaben eines Sprechers ebenfalls eine Benefiz-Gala vor. Eine Kooperation mit RTL, ProSieben oder Sat.1 schloss der Sprecher allerdings aus. Dies sei "relativ unwahrscheinlich", ein solcher Vorschlag gehe auch "ein bisschen an der Realität des deutschen Fernsehens vorbei". Das Erste bemühe sich aber um anderweitige Kooperationen.
Die Deutsche Welthungerhilfe hatte angeregt, die deutschen TV-Sender sollten gemeinsam eine große Benefiz-Gala auf die Beine stellen. Sie sei überzeugt, dass sich "die besten Moderatoren und die bekanntesten Künstler gerne für ein solches Zeichen der Solidarität zur Verfügung stellen werden", sagte Verbands-Vorsitzende Ingeborg Schäuble.
Eine konzertierte Aktion sei eine angemessene Reaktion auf die Not der Menschen. Dies käme auch dem Wunsch der Zuschauer nach Solidarität mit den Betroffenen entgegen.
Schäuble schlug vor, die Spenden sollten allen in der Region engagierten deutschen Hilfsorganisationen zugute kommen. Dazu könne nach englischem und Schweizer Vorbild ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet werden.
Bei ProSieben und RTL reagierte man auf den Vorschlag einer gemeinsamen Sendung ebenfalls zurückhaltend. "Wir setzen zum jetzigen Zeitpunkt auf schnelle, umfassende Information in News- und Magazinsendungen", sagte RTL-Sprecher Christian Körner.
In den einzelnen Formaten werde dabei für verschiedene Organisationen zu Spenden aufgerufen. Bei ProSieben wird einer Sprecherin zufolge noch beraten, wie der Sender sich engagieren könne.
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