Amokläufer von Emsdetten nutzte Spiel: Umstritten: Computerspiel "Counter-Strike"
zuletzt aktualisiert: 20.11.2006 - 18:32Frankfurt/Main (RPO). Der 18 Jahre alte Amokläufer von Emsdetten soll ein begeisterter Anhänger des Computerspiels "Counter Strike" gewesen sein. Auch der Amokläufer von Erfurt im Jahr 2002 nutzte dieses Spiel. Worum handelt es sich dabei?
Der 18 Jahre alte Amokläufer aus Emsdetten war nach Aussage von Mitschülern ein begeisterter Anhänger des Computerspiels "Counter-Strike" - ebenso wie der Amokläufer von Erfurt, Robert Steinhäuser, der im April 2002 beim bislang schlimmsten Gewaltakt an einer deutschen Schule 16 Menschen und anschließend sich selbst tötete.
"Counter-Strike" bedeutet Gegenschlag, das Spiel gehört zum Genre der so genannten Online-Taktik-Shooter und erschien erstmals 1999. Inhalt des Spieles ist ein Gefecht zwischen Terroristen und einer Antiterroreinheit. Durch Tötung der gegnerischen Spieler oder Erfüllung von Missionszielen erhält der Spieler Punkte sowie virtuelles Geld. Die Missionsziele sind etwa das Befreien von Geiseln oder das Legen einer Bombe.
Das Spiel basiert auf einzelnen Runden. Jeder Spieler kann von seinem virtuellen Geldkonto zu Anfang jeder Spielrunde Waffen und sonstige Ausrüstung kaufen. Eine Runde endet gewöhnlich nach einem bestimmten Zeitlimit, wenn die Missionsziele erfüllt wurden oder wenn eines der Teams getötet ist.
Im Mai 2002, wenige Wochen nach dem Amoklauf von Erfurt, entschied die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, dass "Counter-Strike" zwar für Kinder und jüngere Jugendliche nicht geeignet sei. Insgesamt sei es aber nicht so brutal, dass es auf den Index gesetzt werden müsse. So sei es ein wesentlicher Bestandteil des Spiels, virtuelle menschliche Gegner zu töten. Allerdings sei bei diesen Szenen auf Effekthascherei verzichtet worden, sagte sie.
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