Merkel: "Unangemessen": ver.di-"Selbstmord"-Spot sorgt für Aufregung
zuletzt aktualisiert: 24.10.2003 - 15:17Berlin (rpo). Die Jugendorganisation der Gewerkschaft ver.di greift zu zweifelhaften Mitteln, um auf die Ausbildungsmisere aufmerksam zu machen. In einem TV-Spot werden Jugendliche gezeigt, die offenbar vorhaben, Selbstmord zu begehen.
Ein Mädchen legt sich die Schlinge um den Hals, ein Junge steckt sich die Pistole in den Mund, ein anderer greift zur Rasierklinge - der Kurzfilm der ver.di-Jugend hat am Freitag auf dem Bundeskongress der Gewerkschaft in Berlin die Gemüter erregt.
Mit dem Video unter dem Motto "Stand up and fight", begleitet von harten Rhythmen, wollen die jungen Gewerkschafter auf die Lage auf dem Ausbildungsmarkt aufmerksam machen.
Bei Menschen ohne Arbeitsplatz sei das Selbstmord-Risiko um das zwei- bis dreifache höher als bei Menschen mit Arbeit, erklärte eine Sprecherin bei der Vorstellung auf dem Bundeskongress in Berlin.
Der Vorstand stehe hinter dem Spot. So drücke sich die Jugend aus, sagte der Vize-Vorsitzende Frank Werneke. Der Film solle aufrütteln. Er werde zudem in Veranstaltungen eingebettet und erklärt.
CDU-Chefin Angela Merkel nannte den Beitrag in ihrer Gastrede "unangemessen". Er habe nichts mit dem Optimismus zu tun, den die Jugend tragen solle. "Wir können die Lage nicht so darstellen, als wären wir eine Sekunde vor dem Untergang oder gerade dabei", sagte Merkel.
Werneke bezeichnete diese Kritik als "nicht sachgerecht". Das Video wird im Musiksender "Viva" ausgestrahlt.
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