"Spiegel"-Herausgeber starb im Alter von 79 Jahren: Vor einem Jahr: Trauer um Augstein
zuletzt aktualisiert: 07.11.2003 - 08:47Düssseldorf (rpo). Gerade erst noch hatte er seinen 79. Geburtstag gefeiert, da starb er zwei Tage später an einer Lungenentzünung: Heute vor einem Jahr trauerten Medien und Politik um den Publizisten und früheren "Spiegel"-Herausgeber Rudolf Augstein.
Nur zwei Tage nach seinem Geburtstag am 5. November erlag Augstein am 7. November 2002 einer Lungenentzündung. Die Nachricht vom Tod des streitbaren Journalisten löste quer durch alle Medien und Parteien große Trauer aus. Und gerade mit Politikern war Augstein wahrlich nicht zimperlich umgesprungen.
Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist das Nachrichtenmaganzin "Der Spiegel". Im Alter von nur 23 Jahren gab Augstein das Blatt erstmals am 1. Januar 1947 heraus. In den 50er und 60er Jahren baute Augstein "seinen" Spiegel zum "Sturmgeschütz der Demokratie" auf. Spätenstens mit der so genannten "Spiegel-Affäre" im Jahr 1962 erwarb sich das Magazin einen Ruf wie Donnerhall.
Ausgelöst wurde die Affäre durch den Artikel "Bedingt abwehrbereit", in dem Kritik an der Bundeswehr geübt wurde. Dieser Artikel brachte dem "Spiegel" eine Durchsuchung und Augstein sowie seinen Chefredakteuren Claus Jacobi und Johannes Engel eine Verhaftung. Erst nach über drei Monaten wurde Augstein wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Über diese Affäre stolperte der damalige Verteidigungsminister Franz-Josef Strauss (CSU), der seinen Posten letztlich räumen musste.
Der am 5. November 1923 in Hannover geborene Augstein blieb bis ins hohe Alter ein streitbarer Journalist und meldete sich immer wieder im "Spiegel" zu Wort. Im Jahr 2001 war er noch zum "Journalisten des Jahrhunderts" gewählt worden.
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