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ARD zeigt Schweden-Krimis: Wallanders neue Fälle

VON GUIDO DIESING - zuletzt aktualisiert: 22.12.2006 - 10:26

Düsseldorf (RP). In drei Folgen hatten die ARD-Zuschauer bereits die Gelegenheit, sich an den neuen Kommissar Wallander zu gewöhnen. Das Erste zeigt jetzt zehn weitere Henning-Mankell-Krimis mit Krister Henriksson in der Hauptrolle.

Komissar Wallander (Krister Henriksson) schaut dem Bösen ins Gesicht. Dabei sind die Kollegen Nyberg (Mats Bergman) und Martinsson (Douglas Johansson) (v.li.).  Foto: ard degeto/lars högsted
Komissar Wallander (Krister Henriksson) schaut dem Bösen ins Gesicht. Dabei sind die Kollegen Nyberg (Mats Bergman) und Martinsson (Douglas Johansson) (v.li.). Foto: ard degeto/lars högsted

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Ein berühmter Autor ruft den fast ebenso berühmten Schauspieler zu sich, den er höchstpersönlich als Darsteller seiner noch berühmteren Figur ausgewählt hat. Auf einem mehrstündigen Spaziergang erklärt er ihm aus erster Hand, was es mit der Figur auf sich hat. Schwedens erfolgreichster Krimi-Autor Henning Mankell sagt, genauso sei es gewesen, als er Krister Henriksson als neuen Kommissar Wallander ausgewählt habe.

Nun scheint Mankell nicht nur als Autor eine blühende Fantasie zu haben. Spricht man Krister Henriksson auf die Anekdote an, winkt der jedenfalls sofort ab: "Ich muss immer wieder lachen, wenn ich die Geschichte höre. Ich weiß, dass Henning sie gerne erzählt, aber so weit ich mich erinnere, hat dieser Spaziergang niemals stattgefunden."

Womit er das gute Verhältnis zu Mankell keineswegs in Frage stellen will: "Wir haben viel telefoniert und über Wallander geredet, und er hat mich bei den Dreharbeiten besucht. Die Zusammenarbeit ist für uns beide sehr inspirierend."

"Typisch schwedischer Mann"

Viele waren überrascht, als Mankell nach der zehnten Wallander-Verfilmung mit Hauptdarsteller Rolf Lassgård bekannt gab, künftig werde ein anderer den Kommissar spielen. Der 60-jährige Henriksson genießt in Schweden höchstes Ansehen als Bühnen- und Filmschauspieler und ist Mitbesitzer eines Theaters in Stockholm.

Wallander ist für Henriksson dennoch etwas Besonderes: "Was mich mit der Filmfigur eint, ist die Perspektive, immer mehr Zeit hinter und immer weniger Zeit vor mir zu haben. Ich sehe Kurt Wallander als typischen schwedischen Mann mittleren Alters, der Gefahr läuft, aufgrund von Arbeit und Karriere das Wichtigste zu verlieren. Darin erkenne ich mich selbst wieder."

Nachdem das Erste im Juni bereits drei Filme mit Henriksson gesendet hat, folgen nun zehn weitere. Wie von Mankell gewohnt, zeichnen sie ein düsteres Gegenstück zum harmonischen und gemütlichen Schweden-Bild des Ikea-Katalogs.

Im ersten der Filme wird an einer Landstraße bei Ystad in einem Auto ein Kind entdeckt. Vom Fahrer und Vater des Kindes fehlt jede Spur. Die Ermittlungen führen Wallander und seine Mitarbeiter in einen Sumpf aus Erpressung, Drogen und Kindesmissbrauch.

Schweden und Deutschland - im Problem vereint

"Die Probleme in Schweden sind dieselben wie in Deutschland", sagt Henriksson. „Gerade in den großen Städten liest man täglich von Gewalt und Verbrechen, von Pädophilie, Vergewaltigung und Ehrenmorden. In unseren Filmen wird diese Grausamkeit mit der ländlichen Idylle verknüpft. Die Landschaft rund um Ystad hat eine enorm große Leuchtkraft."

Angst vor einem negativen Image durch die gezeigten Verbrechen hat die Stadt nicht - im Gegenteil: Mittlerweile sind die Krimis zum wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Vor allem aus Deutschland kommen Touristen, die durch die Filme neugierig geworden sind.

Ein Effekt, den auch Henriksson leicht amüsiert zur Kenntnis nimmt: "Die Gemeinde ist davon sehr angetan. Durch Wallander steigen die Grundstückspreise."

Mankells Wallander - Am Rande der Finsternis, ARD, Freitag 21.55 Uhr, weitere Mankell-Filme in 2006: 26.12., 22.30 Uhr: "Der unsichtbare Gegner", 29.12., 22 Uhr: "Der wunde Punkt". 


 
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