Foto: rpo / Thomas Lückerath
Wer ist bei "Harald Schmidt" mit dabei?
Die neue ARD-Sendung "Harald Schmidt" wird erneut von Schmidts Produktionsfirma Bonito TV in Köln produziert. Mit dabei ist sein langjähriger Sidekick der "Harald Schmidt Show" auf SAT.1 und neuer "Chefdramaturg" Manuel Andrack. Obwohl es eine ARD-Band mit ehemaligen Musikern von Bandleader Zerlett gibt, ist Helmut Zerlett selbst nicht mehr mit dabei. Redakteur vom betreuenden dritten Programm, dem WDR, ist Klaus Michael Heinz. Er kennt Schmidt nach eigenen Angaben noch aus "Schmidteinander"-Zeiten. Suzana, Natalie und andere ehemalige Gesichter sind nicht mit dabei.
Wieviel kostet die Show?
Die neu geschaffene Vermarktungsfirma Kogel & Schmidt GmbH erhält dem Vernehmen nach acht Millionen Euro von der ARD-Programmtochter Degeto, die wiederum durch Fernsehgebühren und Sponsoren- sowie Werbeeinnahmen verdient. Kogel & Schmidt, je zu 50 Prozent in Besitz der Namensgeber erteilt Schmidts Produktionsfirma Bonito TV den Auftrag und erhält nachher die Rechte an der Produktion. Die TV-Austrahlungsrechte gibt Kogel & Schmidt an die Degeto bzw. ARD weiter, die weitere Vermarktung steuern die beiden Fernsehmacher selber und verdienen so künftig durch die weitere Vermarktung von "Schmidt"-Inhalten und Schmidt selbst hinzu.
Foto: rpo / Thomas Lückerath
Wie sieht das neue Studio aus?
Das Studio von "Harald Schmidt" ist kleiner als das alte Studio 449 der "Harald Schmidt Show". Statt fast 250 Plätzen, sind jetzt nur 118 Sitzplätze für Zuschauer vorgesehen. Mittelpunkt des Studios sind zwei Schreibtischen (für Schmidt und Andrack), die jetzt enger beieinander stehen, dahinter ein Bücherregal. Links wie früher die Band, rechts eine Monitorwand und angeblich irgendwo im Hintergrund auch erneut die Skyline einer nächtlichen Stadt. Die vorherrschende Farbe der Kulisse wird Apricot-Orange sein, während die Tribüne in Schwarz mit roten Reihensitzen an ein altes Kino erinnert.
Foto: rpo / Thomas Lückerath
Wieviel Einfluss hat die ARD?
Gar keinen. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls, wenn man die hilflose Pressearbeit der ARD in den letzten Wochen verfolgt. Schmidt selbst flog erst vor wenigen Tagen ein, bei der Gestaltung des Studios hatte Bonito TV freie Hand. Fragt man beim Sender nach Details, hört man Antworten wie "Das weiß noch keiner". Nur Tage vor der ersten Sendung wurde der Sender von Schmidt offenbar noch über keinerlei Details informiert. Die "Financial Times Deutschland" zitiert Manuel Andrack auf die Frage, welche Rolle WDR-Redakteur Klaus Michael Heinz bei der neuen Show spielt: "Wenn die Sendung läuft, wird Herr Heinz auch über den Ablauf informiert und kann Anregungen geben."
Foto: rpo / Thomas Lückerath
Was sagt der Sender über die Show?
WDR-Redakteur Klaus Michael Heinz und die ARD-Pressestelle haben sich über die Inhalte der Show geäussert. Heinz: "Die Show wird zwei Standbeine haben. Sie baut auf Tagesaktualität und auf Medienkritik auf. Harald Schmidt hilft uns allen, die Welt besser zu verstehen und das Fernsehen zu durchschauen." In einer Pressemitteilung zum Start heißt es: "Harald Schmidt wirft existenzielle Fragen auf - Warum hat Thomas Gottschalk ein Schloss und ich nicht? - und er wird Rückschau halten. Er wird den Nachweis führen, dass die "Tagesschau" nicht nur die erfolgreichste Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen ist, sondern auch prophetisch wirkt. Und das alles unterbrochen durch eine öffentlich-rechtliche Werbepause."
Foto: rpo / Thomas Lückerath
Was sagt Manuel Andrack über die Show?
Im Interview mit "Focus online" verriet Manuel Andrack ebenfalls einige Details der neuen Sendung. "Es ist klar, dass wir aktuell sein müssen. Es wird eine Mischung aus vorbereiteten Gags und Spontaneität sein. Dass Thomas Gottschalk jetzt auch eine Late-Night-Show machen soll, so etwas wird natürlich auch thematisiert." Andrack weiter: "Es wird eine Art Harald-Schmidt-Show-Megapearls. Die Sendung dauert nur noch 30 Minuten und sie wird auch keine 1:1-Fortschreibung der Sat.1-Show sein. Viele bekannte Elemente aus der Sat.1-Show werden auch nicht mehr auftauchen. Aber natürlich bleibt man beim gleichen Genre - Late-Night ist Late-Night. Es gibt also keine versteckte Kamera und auch kein Fernsehballett."
Foto: rpo / Thomas Lückerath
Was sagen Kollegen über das Comeback?
"Harald Schmidt ist Grundversorgung", hörte man im Vorfeld bereits vor einigen Wochen von ARD-Chef Jobst Plog. Was aber sagen Kollegen von Schmidt, andere Fernsehschaffende? Im Gegensatz zum Start von Anke Engelke halten sich die öffentlichen Äusserungen zum Comeback von Schmidt im Rahmen.
Ex-Kollege Herbert Feuerstein, der einst zusammen mit Schmidt für "Schmidteinander" vor der Kamera stand. "Ich kenne niemanden, der derart genial die ARD abzockt. Das finde ich bewundernswert." Kritischer äusserte sich Fernseh-Regisseur Dieter Wedel: "Viele warten nur darauf, Schmidt den Glorienschein vom Kopf zu reißen." Die in seinen Augen überzogenen Reaktionen auf Schmidts Rückkehr bezeichnet Wedel als "Jubel der Jünger, als würde Christus auf die Welt zurückkehren".