Chancen für «Abweichler»: Was wird Unwort des Jahres 2003?
zuletzt aktualisiert: 25.12.2003 - 13:49Frankfurt/Main (rpo). "Abweichler"? "Gefühlte Inflation"? Oder doch eher "Tätervolk"? Noch bis zum 7. Januar wird das Unwort des Jahres 2003 gesucht. Bislang sichtete die Jury, unter ihnen ARD-Moderator Reinhold Beckmann, rund 850 Vorschläge.
Wie die federführende Frankfurter Universität am Donnerstag mitteilte, sind bislang 850 Vorschläge eingegangen. Darunter finden sich die Bezeichnung «Abweichler» für unbequeme Abgeordnete, die Verniedlichung der Arbeitslosigkeit als «Beschäftigungsproblem» und die Behauptung einer «gefühlten Inflation» für teilweise massive Preiserhöhungen. Auch der Missbrauch des Wortes «Reform», die Bezeichnung «Angebotsoptimierung» für Streckenstilllegungen und die antisemitische Unterstellung, die Juden seien ein «Tätervolk» gewesen, gehören zu den bisherigen Vorschlägen.
In der sechsköpfigen Jury zur Wahl des Unwortes sind neben vier Sprachwissenschaftlern diesmal auch ARD-Moderator Reinhold Beckmann und der Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller, Fred Breinersdorfer. Die Jury will ihre Entscheidung am 20. Januar 2004 bekannt geben. Dabei ist die Zahl von Nennungen für einen Vorschlag grundsätzlich nicht ausschlaggebend. Das «Unwort des Jahres» wird bereits zum 13. Mal seit 1991 gesucht.
Die bisherigen «Unwörter des Jahres» waren:
«Ich-AG» (2002),
«Gotteskrieger» (2001),
«national befreite Zonen» (2000),
«Kollateralschaden» (1999),
«sozialverträgliches Frühableben» (1998),
«Wohlstandsmüll» (für Menschen, 1997),
«Rentnerschwemme» (1996),
«Diätenanpassung» (1995),
«Peanuts» (1994),
«Überfremdung» (1993),
«ethnische Säuberungen» (1992) und
«ausländerfrei» (1991).
Im Jahre 2000 wurde auch ein «Jahrhundert-Unwort» gekürt:
«Menschenmaterial»
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