50 Jahre: WDR feiert Jubliäum
zuletzt aktualisiert: 24.12.2005 - 10:45Köln (rpo). Zum Jahreswechsel 1955/56 ging der Westdeutsche Rundfunk zum ersten Mal als eigenständige Rundfunkanstalt auf Sendung. Im Januar 2006 feiert der WDR Jubiläum und blickt auf seine 50-jährige Geschichte zurück.
Bei passendem Anlass kann WDR-Intendant Fritz Pleitgen durchaus ein wenig sentimental werden: "50 ist ein gutes Alter. Das weiß ich aus eigener Erfahrung", verriet er unlängst. In der Neujahrsnacht feiert der WDR, der Sender, dem der heute 67-jährige Pleitgen seit nunmehr 43 Jahren die Treue hält, seinen 50. Geburtstag.
Bis zum Jahreswechsel 1955/56 lieferte noch der NWDR die akustische Grundversorgung für Nordrhein-Westfalen, pünktlich um Mitternacht hieß es dann am Kölner Funkhaus: "Dat 'N' is fott" und der nun unabhängige WDR stand als größte ARD-Anstalt auf eigenen Füßen.
Anlässlich des Jubiläums gibt es ein Wiedersehen und Wiederhören mit Programmhöhepunkten aus den vergangenen 50 Jahren. Außerdem findet am 13. Januar im Kölner Funkhaus ein Festakt statt, zu dem auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) erwartet wird. Am selben Abend präsentiert Bettina Böttinger "50 Jahre WDR - Die Show", gefolgt von der "Langen Lindenstraßen-Nacht" mit zwölf von den Zuschauern ausgewählten Folgen der Dauerserie.
Eröffnet wird der Reigen der Geburtstagsveranstaltungen bereits mit dem WDR-Neujahrskonzert. Auf dem Programm des WDR Sinfonieorchesters steht die Sinfonie Nr. 2 c-moll von Gustav Mahler. Dazu projiziert der Medienkünstler Johannes Deutsch dreidimensionale Figuren in die Kölner Philharmonie, so dass das Konzert zu einem multimedialen Gesamtkunstwerk werden soll. Für das Ereignis, das knapp eine Million Euro kosten soll, hofft Pleitgen auf mindestens 20.000 Zuschauer.
Promi-Quiz zur WDR-Geschichte
Am 7. Januar beantworten Götz Alsmann, Frank Plasberg, Armin Maiwald und Carmen Thomas in einer Sonderausgabe des Quiz "WDR Champion" Fragen zu 50 Jahren WDR. Am selben Tag gibt es ab 22.45 Uhr in "Hier-und-Heute-Nacht" Höhepunkte aus dem Archiv einer der ältesten WDR-Fernsehsendungen.
Elke Heidenreich und Harald Schmidt sprechen am 9. Januar um 20.15 Uhr über ihre Erfahrungen als Fernsehzuschauer. Am 10. Januar zeigt das WDR Fernsehen ab 23 Uhr noch mal drei Stunden der TV-Übertragung von der ersten Mondlandung 1969.
Auch die Hörfunkfreunde kommen beim Jubiläumsprogramm auf ihre Kosten. WDR 5 präsentiert am 14. Januar einen Streifzug durch die schönsten Radioskandale des WDR. So hatte einst eine Jugendsendung so glaubwürdig wie frei erfunden über die Verlegung der Sommerferien berichtet, dass tatsächlich einige Klassenzimmer in NRW leer blieben.
Auch das WDR-Internetangebot stimmt auf den 50. Geburtstag ein. Ein Link führt auf Seiten, die ganz im Stil der 50er Jahre gestaltet sind und damals aktuelle Themen behandeln.
Auch mit selbstironischen TV-Trailern wirbt der WDR derzeit für seinen Geburtstag. So erleben die Zuschauer einen jungen Alfred Biolek bei einer Stepptanz-Einlage in "Bios Bahnhof" oder einen beim "Bericht aus Bonn" heftig schimpfenden Friedrich Nowottny - dem entgangen war, dass er längst wieder auf Sendung war.
Es solle gefeiert, aber nicht gejubelt werden, hat Fritz Pleitgen als Devise für den Geburtstag ausgegeben. "Für die Menschen in Nordrhein-Westfalen müsse der WDR ein guter, verlässlicher, aber auch attraktiver Partner sein", zitierte Pleitgen den ersten WDR-Intendanten Hanns Hartmann. Da ärgert es den aktuellen WDR-Chef erkennbar, dass das Nachbeben der ARD-Schleichwerbungs-Affäre das Jubiläum überschattet. Ernsthaft schaden kann sie der Reputation der Rundfunkanstalt aber nicht, ist Pleitgen überzeugt: "Der WDR ist eine Trumpfkarte für das Land Nordrhein-Westfalen".
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