"Germany's Next Topmodel": Wer wird die neue Heidi Klum?
VON ULRIKE WINTER - zuletzt aktualisiert: 21.05.2009 - 11:39Köln (RP). Für die drei Finalistinnen von "Germany's Next Topmodel" geht es heute Abend ums Ganze: In der Lanxess-Arena kürt Moderatorin Heidi Klum ihre vierte potenzielle Nachfolgerin.
Mandy, Marie oder Sara? Die Laufsteg-Queen, das Schneewittchen oder der Sonnenschein? Nur eine der drei – das hat Model-Mama Heidi Klum am Ende wirklich jeder Castingshow betont – kann "Germany's Next Topmodel" werden. Nur eine der 18- bis 20-jährigen Schülerinnen wird zum Titel-Gesicht der deutschen "Cosmopolitan" gekürt und gewinnt Werbeverträge im Wert von 200 000 Euro.
Und nur eine darf nach drei Monaten Topmodel-Spektakel weiterhin daran glauben, eine Mega-Karriere zu starten – so, wie sie die gebürtige Bergisch-Gladbacherin Heidi Klum hingelegt hat, deren Gesicht heute 96 Prozent der Deutschen kennen und die im vergangenen Jahr laut "Forbes" 14 Millionen Dollar verdient hat.
Die Show
Die drei Finalistinnen sind die letzten von 21266 Kandidatinnen, die sich bei "Germany's Next Topmodel" beworben haben. Die vierte Staffel ist bislang die erfolgreichste: Im Schnitt verfolgen 23,8 Prozent der 14- bis 49-jährigen Zuschauer die Sendung. In der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen lag der durchschnittliche Marktanteil bei 36,4 Prozent. Pro Sieben überträgt das Finale heute ab 20:15 Uhr live aus der Kölner Lanxess Arena.
Die besten Erfolgsaussichten – unabhängig von Sieg oder Niederlage heute Abend – werden Sara Nuru zugeschrieben. Die 19-jährige Münchnerin bringt viele der Qualitäten mit, die schon Heidi Klum zum Aufstieg in die Riege der A-Promis verholfen haben.
Zu allererst: der Gute-Laune-Faktor. Die gebürtige Äthiopierin gab sich zwar nie so aufgedreht wie die stets super fröhliche Heidi Klum – aber auch nie so beleidigt, frustriert oder feindselig wie viele ihrer Mitstreiterinnen bei "GNTM". Zickenterror ließ sie mit freundlicher Gelassenheit an sich vorüberziehen. Und bei Fotoshootings (zum Beispiel im Tüllkleidchen auf einem Eisblock) war sie, wenn schon mal nicht begeistert bei der Sache, dann doch immer sehr professionell.
Ob als Unter-Wasser-Nixe, vom Himmel hängender Schwebeengel oder auf Rosen gebetteter Vamp: Nachdem Sara anfangs Probleme mit sexy Posen hatte, überzeugte sie am Ende der Staffel in allen Rollen. Diese Vielseitigkeit zählt neben der Professionalität zu den Markenzeichen von Heidi Klum. "Man kann alles mit ihr machen", bescheinigte eine "Vogue"-Fotografin der 35-Jährigen. Modemachern wie Wolfgang Joop oder Karl Lagerfeld zufolge fehlt ihr zwar die Einzigartigkeit. Die "Vogue" aber fand das Werbegirl immerhin abwechslungsreich genug für eine 140 Seiten dicke Ausgabe. Eine deutsche Ausgabe, aber egal – Klum ist auch so ein Global Player.
Im Gegensatz zu Sara – deren weltläufiger Look ihr ausländische Märkte automatisch öffnen dürfte – musste Heidi Klum sich ein internationales Image erarbeiten. Als 20-Jährige ging sie nach New York, heute lebt sie mit dem britischen Sänger Seal samt Multi-Kulti-Kinderschar in Los Angeles.
Und Amerika liebt Heidi Klum genau aus den Gründen, aus denen Deutschland über sie geteilter Meinung ist (96 Prozent kennen sie, aber nur 61 Prozent finden sie sympathisch): In Amerika wird sie als Talenteförderin gefeiert – in ihrer Show "Project Runaway" castet sie Nachwuchs-Modedesigner – hier wird sie als "Domina" und "Hexe" ("Stern") beschimpft, die scheinbar genüsslich Kleine-Mädchen-Träume platzen lässt. In Amerika wird sie als geschäftstüchtiges Multitalent geschätzt, hier hält man ihr vor, eigentlich gar kein richtiges (Laufsteg)- Model zu sein.
Auch bei Sara Nuru streiten sich Experten noch, was ihre Catwalk-Qualitäten angeht. Mit 1,76 Meter sei sie zu klein, ihre sehr weibliche Figur (80-66-96) könne bei Bikini-Präsentationen zum Problem werden. Nichtsdestotrotz bescheinigt ihr der italienische Stardesigner Roberto Cavalli, sie "könnte eines der nächsten Topmodels auf den großen Laufstegen werden".
Andere Fachleute sehen sie sogar in die Fußstapfen von Iman treten. Die Somalierin startete in den 70ern eine Karriere als Supermodel, arbeitete unter anderem für Yves Saint Laurent und Donna Karan. Sara ähnele Iman in deren majestätischer Ausstrahlung, schwärmen Designer.
Ob diese Qualitäten das sind, was die Werbe-Ikonen-Schmiede Pro Sieben sucht, wird sich heute Abend herausstellen.
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