"Bei vernünftigen Ideen mache ich mit": "Wetten, dass...?": Gottschalk verzichtet auf Anastasia
zuletzt aktualisiert: 30.09.2003 - 10:52Hamburg (rpo). An diesem Wochenende findet die sechs Monate lange Sommerpause von "Wetten, dass...? endlich ein Ende. Und Thomas Gottschalk hat auch gleich eine Neuerung parat, wenn er am Samstag auf die Bildschirme zurückkehrt: Er verzichtet auf seine Außenwetten-Moderatorin Anastasia, macht die Sache künftig lieber selbst. Außerdem würde er gerne die Nationalhymne singen.
An diesem Samstag wird der 53-jährige Publikumsliebling mit dem Image des Berufsjugendlichen in Karlsruhe seine erste Ausgabe der Wintersaison moderieren.
Gottschalk ist für das ZDF in der Zwischenzeit noch wichtiger geworden, denn mit neuen Formaten hat der Sender im Showbereich keine Fortüne. Deswegen forderte Programmdirektor Thomas Bellut von seinem Protagonisten Nummer eins vor kurzem öffentlich mehr TV-Auftritte.
Günther Jauch ist das beste Beispiel
"Der Programmdirektor hat Recht mit seiner Feststellung, dass ich seinem Programm nicht schade", sagt der in Malibu (Kalifornien) wohnhafte Gottschalk. "Bei einer vernünftigen Idee mache ich gerne mit. Die Zeiten, wo man Angst haben müsste, dem Publikum durch zu viel Präsenz auf den Geist zu gehen, sind längst vorbei. Günther Jauch ist das beste Beispiel dafür, dass man mit einem guten Format auch langfristig Erfolg haben kann, nur sind gute Wettangebote schwerer zu finden als schlaue Quizfragen."
Gottschalk will nicht mehr als sechs Ausgaben und eine Sommer- Sendung ("Die Zusatzzahl") bestreiten. Die Branche weiß, dass er in den vergangenen Jahren mit TV-Beiträgen außerhalb von "Wetten, dass...?" keine Spitzenquoten eingefahren hat.
Seine RTL-Late-Night- Show vor rund zehn Jahren wurde viel beachtet, lief aber mittelprächtig, eine Nachmittagsshow bei SAT.1 stieß auf kaum höhere Resonanz, und seine Reportagereihe "Gottschalk Amerika" im ZDF hatte Marktanteile, die zum Teil noch unter dem Senderdurchschnitt lagen. Ein neues weiteres Format bedürfte jedenfalls sorgfältiger Vorbereitung.
"ZDF kam hinterhergehinkt"
Auf den Modetrend Castingshow wird Gottschalk kaum springen wollen. "RTL hat es wieder einmal richtig gemacht und die nun wahrlich nicht neue Idee des Talentschuppens auf Zeitgeist getrimmt, indem es die Vorlage von "American Idols" einfach abgekupfert hat", sagt er. "Es betrübt mich etwas, dass mein ZDF gemeinsam mit SAT.1 dann mit schwächeren Formaten zum gleichen Thema hinterhergehinkt kam."
Das ZDF sucht derzeit "Deutschlands Stimme 2003", SAT.1 ging im Sommer auf "Star Search". "Das Ergebnis bringt mich bei meiner Suche nach den Superstars jedenfalls nicht weiter. Wenn der junge Herr Alex einer ist, wie sage ich dann Elton John an?"
In der neuen "Wetten, dass...?"-Saison wird Gottschalk auf seine Außenwetten-Moderatorin Anastasia verzichten. Die 30-Jährige assistierte ihm seit Oktober 2001. "Da mir die Moderation der Außenwette zu oft weggedriftet ist, während ich in der Halle saß und nicht eingreifen konnte, mache ich die in Zukunft selbst", sagt der gebürtige Bamberger.
"Ich bin für Vorschläge offen"
Mit dem ZDF hat er sich schon vergangenes Jahr auf das Weitermachen bis 2006 geeinigt. Bei der Fußball- Weltmeisterschaft in Deutschland wird Gottschalk voraussichtlich die Eröffnungsshow moderieren. Gottschalk: "Aber vielleicht darf ich ja auch die Nationalhymne singen. Ich bin für Vorschläge offen."
Und darüber hinaus? "Ich habe zu meinem Erstaunen mein eigenes Verfallsdatum überschritten", sagt er. "Seitdem die meisten Kritiker, die mir ein frühes Karriere-Ende vorausgesagt haben, selbst in Ruhestand sind, macht mir mein Job mehr Spaß als je zuvor."
Am Samstag empfängt Gottschalk unter anderem Schauspieler Jürgen Prochnow, "Superstar"-Macher Dieter Bohlen und die in Auflösung befindliche Popgruppe No Angels.
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