Weltstars Faye Dunaway und Andie McDowell zu Gast: Wetten dass: Haue für Gottschalk
zuletzt aktualisiert: 05.10.2003 - 10:28Karlsruhe (rpo). Endlich: Nach langer Sommerpause legte "Wetten dass" mit einem aufgeräumten Thomas Gottschalk einen souveränen Start hin. Nur Dieter Bohlen konnte die Sticheleien von Thomas Gottschalk scheinbar nur schlecht ertragen.
Ein gestopptes Buch, eine in Auflösung befindliche Popgruppe, ein Weihnachtslied im Oktober und der Beweis, dass Beamte nicht träge sind: Die Mischung, mit der Thomas Gottschalk und seine ZDF-Erfolgsshow "Wetten, dass..?" am Samstag aus der Sommerpause auf die Bildschirme zurückkehrte, war bizarr, aber unterhaltsam. Zwar fehlten die ganz Großen, doch gelang es Gottschalk, mit Reizfigur Dieter Bohlen, den Schauspielerinnen Faye Dunaway und Andie MacDowell, den No Angels, der Rockband Nickelback sowie Italo-Schmusesänger Eros Ramazzotti eine illustre Runde zusammenzutrommeln.
Auf dem Sofa in der Neuen Messe in Karlsruhe amüsierte sich zunächst auch Bohlen, der nebst Freundin Estefania Küster angereist war, um für sein neues Skandalbuch "Hinter den Kulissen" zu werben - dann gab es von Gottschalk eine kräftige Ohrfeige: Der Ex-Modern- Talking-Star reiße "alles das, was er mit den Händen aufgebaut hat, mit dem Arsch wieder ein". Die Attacke saß, Gottschalk hatte das Publikum auf seiner Seite.
Der gerichtlich erwirkte Auslieferungsstopp seines Buches schien den "Superstar"-Macher aber zu motivieren. "Das sind doch alles Peanuts", sagte Bohlen zu den Einstweiligen Verfügungen, mit denen mehrere Prominente den Verkauf gestoppt hatten. "Die Leute sind wie verrückt in die Läden gelaufen."
Bohlen nutzte ausgiebig die Gelegenheit, um vor Millionenpublikum für sein neues, gerade einstweilig verbotenes Buch zu werben. Als kritikfähig erwies sich der Macher von Modern Talking weniger. In nur noch halb-spaßhafter Pöbelei nahm er Gottschalk vor Millionenpublikum in den Schwitzkasten. Der Moderator revanchierte sich mit einem sanften Tritt in den Allerwertesten und kommentierte mit einem lockeren "So sind die Männer." Als Bohlen seine Wette gewann, zeigte er sich sichtlich erleichtert. Gottschalk hatte ihn darauf festlegen können, im Falle einer verlorenen Wette bereit gelegte Kleidung aus den 80er Jahren am Ende der Sendung anzuziehen: Netzhemd, Goldkettchen und Föhnfrisur.
Auch "Normalo" Stefan Schabenberger zeigte sich von Bohlen nicht sonderlich beeindruckt. Der 26-Jährige hatte seinen Plauder-Platz auf dem Sofa bei der "Bild"-Zeitung gewonnen. "Mich interessiert das alles nicht", sagte er zu Bohlens Buch und erntete Applaus. Wie schnell der Grafikdesigner lernt, bewies er aber, indem er auch sein eigenes Buch, einen Bildband über Deutschlands öffentliche Toiletten (Gottschalk: "Ein Scheißthema"), bei jeder Gelegenheit zur Sprache brachte.
Faye Dunaway ("Chinatown"), die wie Andie MacDowell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") kurzfristig für Schauspiel-Kollege Will Smith eingesprungen war, wird auf dem Oktoberfest Bierkrüge schleppen müssen. Sie glaubte nicht, dass die 13 Jahre alte Florine Wipfli aus Flüelen/Schweiz es schaffen würde, alle Knochen eines menschlichen Skeletts ertasten zu können - von der unteren Nasenmuschel über das Fingerendglied bis zum Brustwirbel. In Erinnerung an ihre Jugendzeit in Mannheim stimmte Dunaway zuvor auch noch ihre Version von "O Tannenbaum" an. Kollege Jürgen Prochnow ("Das Boot") warb für seinen neuen Film, in dem wieder ein Schiff sinkt: "Baltic Storm" erzählt die Geschichte der Estonia-Katastrophe.
14,62 Millionen Zuschauer saßen am Abend nach ZDF-Angaben vor den Bildschirmen. Der Dauerbrenner "Wetten, dass..?" brachte es somit auch mit seiner 143. Ausgabe auf einen satten Marktanteil von 48,6 Prozent. Wettkönig wurde ein Professor: Der Bodenkundler Bernhard Göbel aus Weidenbach bei Ansbach und sein Team schafften es, eine ungekochte Nudel zwischen zwei Traktoren zu klemmen und sie so acht Meter weit zu einem Topf mit heißer Tomatensoße zu transportieren. Der Karlsruher Aydin Demir, eine recht schillernde Figur, scheiterte mit seinem Versuch, zehn Äpfel zwischen zwei Fingern zu zerteilen. Und auch der Heilbronner Wolfgang Kappler schaffte es nicht, 20 Ballons mit einem senkrecht stehenden Modellflugzeug zu zerstören.
Gottschalk wird demnächst der Karlsruher Frauenbeauftragten beratend zur Seite stehen müssen, weil er seine Stadtwette verlor. Oberbürgermeister Heinz Fenrich schaffte es, während der Sendung fast alle Serviceplätze im Rathaus mit den entsprechenden Beamten zu besetzen. Die Box-Weltmeister Regina Halmich und Sven Ottke kontrollierten am Ende, dass das Rathaus tatsächlich um 22.35 Uhr "unter Volldampf" stand. Auf die Einlösung seines Einsatzes schien sich Gottschalk zu freuen: "Frauenfragen kläre ich gerne."
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