Gottschalk geht in ein Bremer Gefängnis: Wettschuld: Gottschalk verbrachte Nacht im Knast
zuletzt aktualisiert: 25.01.2004 - 15:22Bremen (rpo). Thomas Gottschalk hat die Nacht zum Sonntag in einer verschlossenen Gefängniszelle verbracht. Der "Wetten, dass...?"-Moderator löste damit seine Wettschuld ein. Kommentar Gottschalk: "Da hört das Kasperletheater irgendwo auf." Zuvor feierte er einen deutsch-irischen "Wetten,dass...?"-Abend.
Unmittelbar nach der Show kam es am späten Samstagabend für den Entertainer zum Schwur. Die 146. Sendung war kaum vorbei, da wurde der 53-Jährige auch schon in der grünen Minna der Justizvollzugsanstalt Oslebshausen mit Blaulicht zum Gefängnis gefahren. Der Wagen rollte auf den Vorhof, das schwere Eisentor schloss sich; nur kurz kam Gottschalk zurück und scherzte, er habe noch etwas Hoffnung, nach einer Stunde wegen guter Führung wieder entlassen zu werden.
"Der kommt doch gleich wieder raus", vermutete auch Heinz Sommer, einer der wenigen Schaulustigen, die zu später Stunde einen Blick auf den Star erhaschen wollten. Doch das war weit gefehlt, nach allem, was bekannt ist. Einer Justizsprecherin zufolge war Gottschalk vielmehr zunächst "zugeführt" worden: inklusive Durchsuchung, Abgabe der persönlichen Gegenstände und Überreichung des "Schläfergepäcks", worunter die Grundausstattung für Häftlinge samt Zahnbürste, Zahnpasta und wenig modischem Trainingsanzug zu verstehen ist. Dann ging es ab in die Zelle.
Nur drei, vier Stunden habe er schlafen können, ab 05.00 Uhr habe er stramm gestanden und auf die Entlassung aus dem auf eigenen Wunsch verschlossenen Raum gewartet, berichtete Gottschalk rund neun Stunden später, bevor er - wiederum ohne öffentliches Aufsehen - das Gefängnis verließ. Man bekomme "beklemmende Gefühle", und er gönne jedem, einmal eine Nacht in der Zelle zu verbringen, sagte der Moderator und fügte hinzu: "abschreckungshalber". Indes sei jungen Menschen zu raten, sich nicht in eine Lage zu bringen, die sie zwangsweise in ein solches Haus führe. "Geht lieber in den Kindergottesdienst", scherzte er. Gottschalk resümierte, er habe den Besuch nicht nur als Ausflug gesehen, sondern "wirklich etwas gelernt". "Da hört das Kasperletheater irgendwo auf", sagte der 53-Jährige am Sonntagmorgen bei seiner Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt Oslebshausen. Eine solche Erfahrung wünsche er jedem.
Ein deutsch-irischer Abend
Es war dieses Mal ein deutsch-irischer Abend. "Wozu brauchen wir Hollywoodstars", sagte Entertainer Thomas Gottschalk gleich zu Beginn der 146. "Wetten, dass…?"-Sendung am Samstagabend in der Bremer Stadthalle. Auf der Couch, auf der sonst auch Größen wie Kevin Costner oder Andie Mac Dowell sitzen, lümmelte sich dieses Mal eine deutsche Riege mit Hape Kerkeling, Veronica Ferres, Heino Ferch und Carmen Nebel sowie Chris de Burgh und Tochter Rosanna Davidson als irische Farbtupfer.
Auch der Showteil blieb mit "Westlife", "Reamonn" und "Ronan Keating" rein irisch. Operndiva Montserrat Caballé hatte kurzfristig wegen Krankheit abgesagt und Hollywoodstars blieben weg, weil am Wochenende die "Golden Globe"-Verleihung stattfand. Die "Wetten, dass…?"-Sendung nahm daran keinen Schaden, dafür konnten die Zuschauer Hape Kerkeling nach seiner verlorenen Wette bügeln und mit der Ferres knutschen sehen. Denn als Wetteinsatz hatte die Schauspielerin dem Komiker einen Heiratsantrag machen müssen, den Kerkeling offensichtlich für gelungen hielt.
Gelungene Auswahl der Wetten
Gelungen war auch die Auswahl der Wetten. "Wettkönig" wurde Hans-Georg Schmerer aus Weinsberg mit seinem Team. In Schwindel erregender Höhe von sieben Metern schaffte er es bei der Außenwette in Wüstenroth, gleichzeitig mit neun weiteren Menschen auf einem nur 50 mal 50 Zentimeter großen Brett zu stehen.
Thomas Schuster aus Sulmingen gelang es, die Marken von Jeanshosen am Geräusch des Reißverschlusses, das dieser beim Öffnen und Schließen macht, zu erkennen. Nicht erfolgreich war hingegen der Versuch von Stefan Hänke aus Nürnberg, Sprechblasen aus 31 Asterix-Heften der richtigen Ausgabe, der Seite und der Figur zuzuordnen. In einer anderen Wette schafften es die Kandidaten, fünf Zuschauer aus dem Saal so mit den Beinen um einen Pfahl zu verknoten, dass mindestens einer auch nach einer Minute nicht selbstständig aufstehen konnte.
Carmen Nebel hatte an den Wetterfolg nicht geglaubt und muss nun in ihrer neuen ZDF-Sendung am Samstagabend ihren Wetteinsatz einlösen. Thomas Gottschalk gab ihr den Auftrag, in der Anfangsmoderation ihrer Show "Willkommen bei Carmen Nebel" Wörter wie "Betonmischmaschine", "Bauchnabel" und "Brechdurchfall" einzubauen. "Wettschulden sind Ehrenschulden", mahnte Gottschalk.
Stadtwette bringt Gottschalk auf Trab
Auf Trab brachte der Moderator die Bremer mit der Stadtwette. Am Ende der Sendung hatten vier Familien beziehungsweise Wohngemeinschaften jeweils einen Container auf dem Bremer Domshof bezogen: Eine Mutter mit ihrem Sohn hatte das Kinderzimmer mitgenommen, ein Ehepaar ihr komplettes Schlafzimmer, eine WG ihr Esszimmer und eine Hausgemeinschaft ihr Wohnzimmer.
Nach der Sendung blieb Gottschalk den Bremern noch ein wenig erhalten. Als Einlösung für seine verlorene Wette in der vergangenen Sendung ging der Entertainer für eine Nacht in ein Bremer Gefängnis. Als "Verschärfung" wollte er dort "Das Wort zum Sonntag" sprechen.
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