Lahmer Auftritt als Gigolo: Wie Harald Schmidt mit dem "Traumschiff" unterging
VON JUDITH CONRADY - zuletzt aktualisiert: 02.01.2008 - 08:43Düsseldorf (RPO). Für das ZDF war es ein großer Coup: Harald Schmidt schipperte am Neujahrsabend auf dem "Traumschiff" gen Rio. Doch für die Zuschauer war sein Auftritt als alternder Gigolo eher ärgerlich: Schmidt war auf dem "Traumschiff" einfach fehl am Platz.
Es gibt zwei Gründe, das "Traumschiff" zu schauen: Entweder, man mag die Sendung einfach und lässt sich gern von herzerwärmenden Geschichten mit einem Schuss Exotik unterhalten. Oder: Man schätzt die unfreiwillige Komik, die von der Serie zweifellos ausgeht. Harald Schmidts Auftritt war für beide Gruppen nichts.
Was der Entertainer da ablieferte, war weder ernsthafte Schauspielerei noch Parodie. Schmidt fehlte die Konsequenz: Ins Lächerliche ziehen wollte er das "Traumschiff" offenbar nicht, doch sich einfach in die Riege der Darsteller einreihen und eine solide schauspielerische Leistung abliefern mochte er dann auch nicht. Was herauskam, war inkonsequent und ärgerlich. Schmidt war für "Traumschiff"-Fans zu ironisch, für Schmidt-Fans zu ernsthaft.
Auch die Geschichte um den prominenten Gaststar war eher lahm: Als "Gentleman Host" (eine Art anständiger Gigolo) soll Schmidt alias Oskar de Navetta auf dem Schiff allein reisende Damen unterhalten. Seine Frau (Mariele Millowitsch) hat er über seine genauen Aufgaben allerdings im Unklaren gelassen - sie glaubt, er spiele auf dem Schiff Klavier. Dumm nur, dass die Dame heimlich mit an Bord geht, um mit ihrem Mann Silvester zu feiern.
Die folgenden Verwicklungen sind so vorhersehbar wie das Happy End: Das Paar versöhnt sich, der Gentleman Host verliert allerdings seinen Job (in der nächsten Folge ist Schmidt schließlich nicht mehr dabei).
Schmidt hätte gut daran getan, einfach seine Rolle zu spielen. Schauspielern kann er ja - gestern abend war davon allerdings nicht viel zu sehen.
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