Nach Jauchs Absage: Wird Plasberg Christiansen-Nachfolger?
zuletzt aktualisiert: 11.01.2007 - 17:59Düsseldorf (RP). Nach der Absage von Günther Jauch ist Frank Plasberg ist der heißeste Kandidat für die Nachfolge von Sabine Christiansen. Plasberg selbst hat inzwischen erklärt, er habe Interesse an einer Polit-Talkshow am Sonntagabend. Gefragt hat ihn die ARD nach Informationen unserer Redaktion bisher jedoch noch nicht.
"Natürlich würden wir uns freuen, wenn wir ein Angebot der ARD bekämen. Mit mir hat aber offziell noch niemand gesprochen", sagte Plasberg im Gespräch mit unserer Redaktion. Er sei aber keineswegs abgeneigt, die Sonntagabend-Sendung in der ARD zu übernehmen, falls er ein solches Angebot bekomme.
Jauch selbst hatte Plasberg am Morgen angerufen, die und ihm Glück gewünscht. "Ich finde es Klasse, wenn Kollegen miteinander statt übereinander reden.", betonte Plasberg. Mit der ARD-Vorgabe, die Zuständigkeit für die neue Show bei den Chefredakteuren anzusiedeln, hätte Plasberg im Gegensatz zu Jauch keine Probleme. "Ich habe lange genug als stellvertretender Chefredakteur beim WDR gearbeitet, um zu wissen, dass so etwas durchaus Sinn macht", sagte er.
Jauch begründete seine Entscheidung aus Angst vor politischer Einflussnahme durch den Sender. Die ARD habe trotz bereits im November komplett ausformulierten Vertrags plötzlich darauf gedrungen, "dass ich künftig, zumindest journalistisch, exklusiv für 'Das Erste' tätig sein und eine weitere Sendung in der ARD übernehmen sollte". Er habe aber von Anfang an keine Zusage über den Sonntagabend hinaus geben wollen. Die Themen Finanzen und Werbung wären bereits geklärt gewesen. Derzeit moderiert Jauch bei RTL die Show "Wer wird Millionär?" und "Stern TV".
Darüber hinaus hätte der Vertragspassus für die redaktionelle Zuständigkeit der Sendung verändert werden sollen. Künftig sollten die ARD-Chefredakteure zuständig sein. "Damit wäre nach meiner Auffassung die Sendung dem ständigen Risiko ausgesetzt, zum Spielball der politischen Farbenlehre innerhalb der ARD zu werden." Das hätte "nicht der inneren Freiheit und äußeren Unabhängigkeit" entsprochen, die er seit Jahren empfinde und die er nicht aufzugeben bereit sei.
Jauch dementierte, eventuelle Werbeverbote seien für seine Entscheidung ausschlaggebend gewesen. "Werbeengagements waren mir laut dem Vertrag nicht untersagt." Alle seine Werbeverträge seien bereits gekündigt gewesen oder ausgelaufen. "Diese Zugeständnisse zeigen, wie sehr ich an dem Format am Sonntagabend interessiert war." Auch der Bereich Finanzen sei geklärt gewesen.
Die ARD muss nun kurzfristig Ersatz finden, da Sabine Christiansen ihre Sendung nur noch bis zum 24. Juni moderiert und laut "Bild" erklären ließ, sie stehe für eine Verlängerung ihres Engagements nicht bereit.
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