Leipzig präsentiert Projekt zur Wetterpräsentation in Medien: Wo Wetterfrösche fürs Fernsehen gezüchtet werden
zuletzt aktualisiert: 22.06.2004 - 16:00Leipzig (rpo). Die Universität Leipzig züchtet Wetterfrösche fürs Fernsehen:In der sächsischen Metropole können angehende Meteorologen lernen, wie Wetterinformationen mediengerecht aufbereitet und präsentiert werden.
"Und der Bedarf bei den Medien ist da", sagte Michaela Koschack am Dienstag in Leipzig bei der Vorstellung des Projekts. Die studierte Meteorologin sagt unter anderem den Zuschauern des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) regelmäßig voraus, wie das Wetter wird.
Die Idee für das deutschlandweit einzigartige Angebot kam von Klaus Arnold vom Meteorologie-Institut der Leipziger Uni. "Bei uns ist er damit sofort auf offene Ohren gestoßen", meinte Hartmut Warkus, Leiter des Zentrums für Medien und Kommunikation (ZMK) an der Leipziger Bildungsstätte. Am ZMK, wo normalerweise Medienwissenschaftler und Journalisten ausgebildet würden, mache man "sehr gern solche Dinge, in denen wir Angebote für praktische Übungen machen können". Und so stehen jedes Jahr bis zu 20 angehende Diplom-Meteorologen schwitzend vor einer Fernsehkamera und versuchen, einen zuschauergerechten Wetterbericht abzuliefern.
"Manche Studenten sind in den anderthalb Minuten nervöser, als wenn sie einen eineinhalbstündigen Vortrag vor ihren Kommilitonen halten sollen", berichtete Professor Gerd Tetzlaff, Dekan der Fakultät für Physik und Geowissenschaften. In der Lehrveranstaltung "Wetterbesprechung" setzten sie teilweise erstmals das praktisch um, was sie bis dahin in der Theorie gelernt haben.
"Nun ist die Präsentation einer Wettervorhersage in den Medien zunächst vor allem eine eigenständige Leistung und bedarf keiner vertieften wissenschaftlichen Grundkenntnisse", gab Tetzlaff zu. In der Praxis habe sich aber herausgestellt, dass die Wettervorhersage, die auf komplexen Hightech-Produkten beruhe, den so genannten Wettervorhersagemodellen, am besten von Fachleuten aufbereitet und präsentiert werde.
Tipps dafür, wie sie dies am besten tun, bekommen die Studentinnen und Studenten in Leipzig von Wetterfee Koschack. "Die Kombination aus wissenschaftlichem Arbeiten und dem so einfach wie es nur geht über das Wetter reden macht mir viel Freude, kommt jedoch während des Studiums meist zu kurz", weiß sie aus eigener Erfahrung. Sie sei deshalb begeistert, dass die Uni Leipzig diesen medienorientierten Zweig mit ins Meteorologie-Studium aufgenommen habe.
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