Am Sonntagabend im Ersten: Wurde beim Richy-Müller-Tatort bei Schimanski geklaut?
zuletzt aktualisiert: 10.03.2008 - 17:40Düsseldorf (RPO). Am Sonntagabend lief im Ersten der Tatort „Hart an der Grenze“ mit Richy Müller. Gleich nach der Ausstrahlung schrieb einer unserer Leser: „Eigentlich aufgefallen, dass der heutige SWR-Tatort zu großen Teilen vom WDR-Tatort "Kuscheltiere" geklaut wurde?“ Was für ein Vorwurf. Besonders, wenn man einmal die Handlung vergleicht.
Im WDR-Tatort „Kuscheltiere“, übrigens ein Schimanski-Fall aus dem Jahr 1982, geht es um ein totes asiatisches Kind, das in den Rhein geworfen wurde. Es war aber schon davor tot. Schimanski und Thanner vermuten, dass es sich um ein illegal adoptiertes Kind handelt. Offenbar haben sich die Eltern aus Angst vor den gesetzlichen Folgen zu dieser „anonymen Bestattung“ entschlossen.
Im SWR-Tatort „Hart an der Grenze“ vom Sonntag wird das Ermittlerduo Thorsten Lannert und Sebastian Booth zum Ufer des Neckars gerufen. Ein Obdachloser hat dort die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden. Es stammt aus Weißrussland, wie sich später herausstellt und ist auch durch eine illegale Adoption nach Deutschland gekommen.
Die Parallelen in der Handlung sind unverkennbar. Alles Zufall? Ja, sagt Valentin Nann, Pressesprecher beim SWR. „Die zuständige Redakteurin kannte den alten Tatort von 1982 nicht. Illegale Adoption ist einfach ein gesellschaftlich relevantes Thema, das innerhalb von mehreren Jahrzehnten immer wieder aufflammt.“
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