Schleichwerbung: ZDF-Sendung "Ricks Wohnwelten" im Visier
zuletzt aktualisiert: 25.07.2005 - 11:55Frankfurt/Main (rpo). Das ZDF überprüft, ob es bei der Sendung "Ricks Wohnwelten" zweifelhafte Werbedeals gegeben hat. ZDF-Sprecher Alexander Stock bestätigte jetzt einen Magazinbericht, nach dem in der Show auffällig oft Einrichtungsgegentände eines bestimmten Anbieters gezeigt wurden. Pikant: Die ZDF-Tochterfirma ZDF.newmedia soll sich ihr Büro mit Hilfe von "Ricks Wohnwelten" quasi zum Nulltarif einrichten haben lassen.
Über etwaige Unregelmäßigkeiten berichtet das Magazin "Focus". Die Einrichtungsshow "Ricks Wohnwelten" läuft samstagnachmittags im ZDF. Laut "Focus" betrieb der Berater des Moderators Rick Mulligan eine Firma für "Medienplatzierung diverser Projekte und Produkte". Stock wies aber den Vorwurf der Schleichwerbung oder heimlicher Geldflüsse zurück. Die Redaktion arbeite korrekt. Sollten sich aber die Vorwürfe bestätigen, werde man ernsthafte Konsequenzen ziehen, fügte er hinzu.
Im Schleichwerbe-Skandal der ARD verlangte unterdessen eine Placement-Agentur Geld von der betroffenen Produktionsfirma. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge fordert die Agentur von Andreas Schnoor 21.750 Euro von der Baden-Badener Bavaria-Tochter Maran Film. Dabei geht es um den Tatort "Bienzle und der Sizilianer", der an diesem Sonntag im Ersten ausgestrahlt werden soll.
Dem Bericht zufolge enthielt der Film ursprünglich zwei Platzierungen einer Marke Mineral- und Rapsöl, die vom Produzenten nach Enthüllung der Affäre herausgeschnitten wurden. Schnoor fordert demnach sein Geld zurück, wenn die gesendete Version nicht mit der von ihm "abgenommenen" übereinstimme. "Wenn die Leistung nicht erfolgt und die Maran würde die Summe nicht zurückzahlen, wäre das ja Betrug", wurde er zitiert. Auch Schadensersatz-Forderungen behalte er sich vor, sollten Vertragsdetails an die Öffentlichkeit gelangen, schließlich gebe es Verschwiegenheitsklauseln.
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