Schleichwerbung: ZDF überarbeitet Szene in Ferres-Film
zuletzt aktualisiert: 30.07.2005 - 12:50Hamburg (rpo). Damit der Verdacht der Schleichwerbung nicht aufkommen kann, will das ZDF einem Medienbericht zufolge einen Film mit Veronica Ferres nachträglich überarbeiten lassen. In der fraglichen Filmszene ist eine Gesichtscreme deutlich zu sehen, für die die Schauspielerin früher geworben hat.
Die fragliche Filmstelle werde gelöscht, um keinen Anschein von Productplacement aufkommen zu lassen, das es nicht gegeben habe, zitierte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag in einer Vorabmeldung ZDF-Fernsehspielchef Hans Janke. Das ZDF war zunächst nicht für eine unabhängige Bestätigung zu erreichen.
Ferres ist demnach seit Jahren als Werbeträger für einen Kosmetikhersteller unter Vertrag und warb unter anderem in TV-Spots für eine bestimmte Pflegecreme. In dem ZDF-Film "Sterne leuchten auch am Tag" lädt sie sich in einer Supermarktszene mehrere Produkte auf den Arm, unter denen auch deutlich sichtbar die Creme zu sehen ist. Produziert wurde der Film dem Bericht zufolge von der Telefilm Saar GmbH, die eingeräumt hat, von Veranstaltungsorten von Volksmusiksendungen Geld genommen zu haben.
Laut "Spiegel" ließ Ferres eine Anfrage zu dem Thema von ihrem Anwalt beantworten: Demnach sei "die fragliche Szene eine Art Zufallsprodukt; Veronica Ferres hat getan, was der Regisseur ihr sagte: Sie griff wahllos in ein Regal des Supermarkts und sammelte dort die verschiedensten Produkte ein". Es habe "weder irgendeine wie immer geartete Absprache noch irgendeine wie immer geartete Gegenleistung" gegeben, es habe "keine Schleichwerbung" für die Creme stattgefunden.
Regisseur Roland Suso Richter sagt dazu laut "Spiegel": "Mein Interesse als Regisseur ist in erster Linie die Schauspielerführung und nicht das Ins-Bild-Rücken von Produkten." Janke habe sich vom Produzenten schriftlich bestätigen lassen, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei, schreibt das Magazin: "Mir wird vom Produzenten versichert, Placements habe es nicht gegeben." Um aber "den gegenteiligen Anschein bei der nächsten Ausstrahlung zu vermeiden, lasse ich die fragliche Filmstelle löschen", wird Janke zitiert.
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