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Unser star für Oslo Lena Meyer-Landrut Willi Weber/ProSieben
  Foto: Willi Weber/ProSieben
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Entscheidung bei Casting-Show: Lena Meyer-Landrut ist unser Star für Oslo

VON JÖRG ISRINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 12.03.2010 - 22:43

Köln (RPO). Lena Meyer-Landrut vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo. Die Hannoveranerin legte bei der Casting-Show „Unser Star für Oslo” damit sozusagen einen Start/Ziel-Sieg hin, galt sie doch seit der ersten Sendung als Favoritin.

Gewählt wurde sie vom Publikum per Telefon-Voting ­ genauso wie ihr Lied „Satellite”, ein hübscher, aber etwas belangloser Pop-Song. Zur Auswahl standen insgesamt vier Stücke von internationalen Produzenten. Zwei Songs sangen die beiden Finalistinnen Lena Meyer-Landrut und Jennifer Braun im direkten Vergleich. Jeweils ein Lied durften sie sich selbst aussuchen -­ Lena wählte eine leicht schräge, lebendige Pop-Nummer, Jennifer einen klassischen Radio-Mainstream-Pop-Song.

Der Aufbau der Show brachte die Schwächen und Stärken der beiden Kandidaten sehr gut zum Vorschein. So glänzte Jennifer Braun mit einer blendenden Stimme und fast fehlerfreiem Vortrag. „Du kannst wirklich stolz auf diese Stimme sein”, lobte Jury-Mitglied Stefanie Kloß (Silbermond). Für Stefan Raab war ihr Auftritt „ein echter Knaller”. Allerdings ließen ihre Auftritte den notwendigen Glamour vermissen; sie blieb vor allem im Vergleich etwas kraft- und farblos.

Lena legte dagegen ihr gewisses Etwas in jede Darbietung, das entscheidende Stück Ausstrahlung, das sie von der Konkurrentin abhebt ­ trotz ihrer im Vergleich vielleicht etwas schwächeren Stimme. „Du verkaufst einen unbekannten Song, als wäre es deiner”, so Jury-Mitglied Xavier Naidoo. Tatsächlich zählt in Oslo am Ende das Gesamtpaket; nur wer europaweit die Aufmerksamkeit auf sich lenken kann, hat eine Chance.

Stefan Raab ist es gelungen, aus dem deutschen Vorentscheid zum ersten Mal eine Show zu machen, die über Wochen immer wieder Schlagzeilen machte ­- auch wenn die Quoten zu wünschen übrig ließen. Was unter anderem daran lag, dass die Jury nur Freundliches über die Kandidaten von sich gab. Plakative Häme oder Seelen-Striptease wie beim großen Konkurrenten „Deutschland sucht den Superstar” waren verpönt.

Das ermüdete, zeugte aber auch von der unbedingten Ernsthaftigkeit, mit der Raab das Projekt „Eurovision Song Contest” sauber über die Bühne bringen wollte. Schließlich hat der 43-Jährige einen Ruf zu verlieren ­als der einzige Mann hierzulande, der in dem europäischen Pop-Wettbewerb etwas bewegen kann.

Auch die Sendung am Freitag hatte etliche Längen zu bieten. Bei nur zwei Kandidaten und sechs Songs musste viel Zeit überbrückt werden. So dauerte es rund eine halbe Stunde, bis Jennifer Braun das erste Lied präsentierte. Vorher wurde ausführlich die Entstehungsgeschichte der Show rekapituliert ­ nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber.

Immerhin rauften sich für den Vorentscheid erstmals der Privatsender ProSieben und die ARD zusammen. Lena Meyer-Landruts Erfolg beim Vorentscheid sagt nichts über ihr Abschneiden beim Eurovision Song Contest aus. Im europäischen Wettbewerb scheiterten schon wesentlich prominentere Künstler ­ aber vielleicht ist ein unbeschriebenes Blatt der größte Trumpf.

Quelle: RP

 
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