Stephan Lochner: 1451 verstorbener Maler erhält Post von der Post
zuletzt aktualisiert: 13.04.2007 - 14:19Köln (RPO). Stephan Lochner war ein berühmter Maler. Im Mittelalter. Er verstarb vor 556 Jahren - und bekam jetzt Post von der Post. Ob er nicht an aktuellen Briefmarken interessiert sei, fragte das Unternehmen ganz freundlich an.
Die Deutsche Post AG bot ihm jetzt ein so genanntes Vorzugspaket und die regelmäßige Vorabansicht neuer Briefmarken an, wie Kölner Dompropst Norbert Feldhoff am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Köln sagte. Adressiert war das Schreiben an den Dom, in dem Lochners berühmtestes Werk hängt, der Altar der Stadtpatrone. Feldhoff bedauerte in einem launigen Antwortschreiben, dass Lochner das Angebot "tragischerweise" nicht mehr annehmen könne.
Die Anregung des Dompropstes, das gotische Gotteshaus stattdessen mit einer Spende zu bedenken, fiel auf fruchtbaren Boden. Die Post überwies 1.111,11 Euro für das neue Domfenster des Künstlers Gerhard Richter. Bereits im vergangenen Jahr hatte der 1451 gestorbene Lochner der Kathedrale Zusatzeinnahmen beschert. American Express bot ihm eine Kreditkarte an. Nach Aufklärung dieses Missverständnisses spendete das Unternehmen 555 Euro.
Auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, bewies in der Sache Lochner Humor. Nach Erhalt des Dompropst-Briefes sagte er zu, "künftig von Herrn Lochner abzulassen", sofern die zahlreichen Adressdateien seines Hauses dies zuließen. Seit jeher habe die Kirche es ja als Aufgabe angesehen, "Verfolgten und Gesuchten Unterschlupf zu gewähren". Darum sei zu verstehen, dass der Dompropst die aktuelle Adresse von Stephan Lochner nicht preisgeben wolle. Zumwinkel: "Der Wunsch nach Neukundengewinnung muss dahinter zurückstehen."
Neben Lochners Dombild ist auch seine "Madonna im Rosenhag" berühmt geworden, die um 1448 entstand und im Wallraf-Richartz-Museum hängt. Der Maler, der 1410 in Meersburg am Bodensee geboren wurde, arbeitete zwischen 1442 und 1451 in Köln.
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