Paul McCartney wird 65 Jahre alt: Alter Beatle - junger Charme
zuletzt aktualisiert: 18.06.2007 - 10:23Frankfurt (RPO). Er gilt als einer der bedeutensten Musiker des 20. Jahrhundert: Er war mit John Lennon Frontmann der Beatles, startete eine Karriere als Solokünstler, gründete die erfolgreiche Band "Wings". Jüngst machte eher sein erbitterter Rosenkrieg Schlagzeilen. Paul McCartney wird am Montag 65 Jahre alt.
Überstanden das Lebensjahr, das für ihn überhaupt nichts mit dem beschaulichen Großeltern-Dasein gemein hatte, das er vor 40 Jahren in "When I'm 64" besungen hatte. Nein, Sir Paul hat sich mit seinem ironisch-charmanten Album "Memory Almost Full" als weiterhin wichtiger kreativer Kopf der zeitgenössischen Popmusik behauptet und seine Scheidung mit Heather Mills halbwegs aus den Schlagzeilen bekommen.
Auch wenn die erst vor fünf Jahren geschlossene Ehe mit der 25 Jahre jüngeren Mills schief ging - ansonsten ist McCartney in der Spätphase seiner langen Karriere viel gelungen: umjubelte Welttourneen, zu denen vor allem in den USA die Massen strömen. Vor zwei Jahren saß auf dem Roten Platz in Moskau der russische Präsident Wladimir Putin im Publikum, als McCartney Beatles-Klassiker wie "Fool on the Hill" vortrug. Die Kamera zoomte auf Putin und hinter dem Kreml ging die Sonne unter.
Deutungshoheit über Beatles-Hoheit
Die Deutungshoheit über das Beatles-Erbe hat unbestritten McCartney. Die Witwen John Lennons und George Harrisons - Yoko Ono und Olivia Harrison - haben zwar bei allen Entscheidungen zum Beatles-Katalog, zuletzt erschien das Remix-Album "Love", ein gewichtiges Wort mitzureden. Und natürlich ist auch Ringo gleichberechtigter Partner in der Interessengemeinschaft. Aber Beatles-Songs ganz nahe am Original vortragen und neue Lieder in der Beatles-Tradition schreiben, das vermag nur der überlebende Teil des Komponisten-Duos Lennon-McCartney.
Das gerade erschienene 21. Studioalbum seiner Solokarriere, "Memory Almost Full", belegte das eindrucksvoll. Vorbei die früher oftmals zu spürende Distanz zu seinem Beatles-Vermächtnis; nun spielt Sir Paul mit dem Fundus an Ideenreichtum. Er lebt das Leben eines schwerreichen Mannes, für den erhöhte Sicherheitsvorkehrungen spätestens seit der Ermordung Lennons Ende 1980 zur zweiten Natur geworden sind. Dennoch ist er eigentlich immer der freundliche und lustige Junge aus einer kleinbürgerlichen Liverpooler Familie geblieben.
"Es macht mir nichts aus, gefühlvoll zu sein"
"Wenn ich mich mit John über seine Kindheit unterhielt, stellte ich fest, dass meine so viel mehr Liebe hatte", zitiert der Rundfunkjournalist Harald Martin in seinem Buch "Paul McCartney" den Exbeatle. "Ich glaube, deswegen bin ich so ein offener Mensch, vor allem in Bezug auf Sentimentalität. Es macht mir nichts aus, gefühlvoll zu sein. Ich kenne viele Leute, die das für uncool halten. Ich betrachte das als eine wundervolle Gabe."
Und so verwundert es nicht, dass McCartney immer für die Schmuse-Hits verantwortlich zeichnete: "Yesterday", mit der erfolgreichste Popsong überhaupt, "Hey Jude" und "Let It Be", der Titelsong des letzten Beatles-Albums aus dem Jahre 1970 - um mal drei zu nennen.
Auch danach fielen ihm noch etliche Hits ein. Aber bis 1973, dem Wings-Album "Band On The Run", stand er sichtlich unter dem Schock der Beatles-Auflösung. Er nahm Rauschgift, wirkte kreativ gelähmt, pflegte das Familienleben mit seiner ersten Frau Linda und den Töchtern Mary (geboren 1970) und Stella (geboren 1971). Linda hatte 1969 Tochter Heather (geboren 1963) mit in die Ehe gebracht; Sohn James wurde 1977 geboren. Die ersten Soloalben, "McCartney" (1970) und "Ram" (1971) wurden trotz Kritikerunwillens kommerzielle Erfolge. 1971 gründete McCartney seine Band Wings - und startete musikalisch in seine Solokarriere durch.
"Mull of Kintyre"
1977 veröffentlichte er eine der erfolgreichsten Singles der britischen Pop-Geschichte: "Mull of Kintyre" wurde im Königreich 2,5 Millionen Mal verkauft und traf wie wenige andere das britische Lebensgefühl auf den Punkt. 1997 wurde McCartney zum Ritter geschlagen.
McCartneys Mutter Mary starb 1956 an Brustkrebs. Derselben Krankheit erlag Linda 1998. Ein Jahr später lernte der Musiker die Anti-Landminen-Aktivistin Heather Mills kennen. Er heiratete sie kurz vor seinem 60. Geburtstag; aus der Verbindung ging eine Tochter hervor.
Inzwischen beschäftigt sich McCartney auch mit seinem Tod. In dem neuen Lied "The End of the End" sagt er, wie er sich sein Begräbnis vorstellt: "Ich möchte, dass Witze erzählt und Geschichten wie Teppiche ausgerollt werden..."
Liebe Leser .... Paul McCartney habe ich zum ersten Mal 1966 mit den Beatles life in Essen gesehen. Es war herrlich !! Seit dem verfolge ich alles um die Beatles und habe einige Einzelkonzerte...
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