München (rpo). Showmaster Rudi Carrell hat sich mit seiner tödlichen Krankheit abgefunden. In einem Interview erklärte der 71-Jährige, der schwer an Lungenkrebs erkrankt ist, er glaube nicht, dass er noch erleben werde, wie der Rhododendron vor seinem Haus erblühe.
Showmaster Rudi Carrell hat sich mit seinem Schicksal abgefunden. Foto: ddp
Das am Freitag im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" erschienene Interview "könnte schnell auch ein 'in memoriam' werden", sagte der 71-Jährige, "da es mit mir steil bergab geht." Dennoch gibt sich Carrell nicht verzweifelt. "Was soll ich denn noch trauern? Ich muss dankbar sein. Ich habe so ein tolles Leben gehabt", erklärte Carrell. "Wäre ich in Holland geblieben, wäre ich vielleicht Intendant eines Fernsehkanals geworden - wie langweilig! Deutschland hat mir zehn Mal mehr gegeben, als ich mir je erhofft habe", sagte der legendäre Showmaster. "Ich verdanke diesem wunderbaren Land mein Leben."
Für sein Lebenswerk erhielt der 71-Jährige im Februar die Goldene Kamera. Foto: ddp
Carrell sprach freimütig über die Zeit nach seinem Tod: "Ich habe zu meinen Kindern gesagt, dass ich keine öffentliche Beerdigung will." Dann scherzte er: "Aus Angst vor den Jacob Sisters! Mit ihren komischen Pudeln zerstören sie doch jede Atmosphäre, die sind auch bei Moshammer aufgetaucht."
Er lasse sich einäschern, und dann sollten seine Kinder irgendwo einen Grabstein hinsetzen, sagte Carrell. Er überlege noch, ob seine Urne in einem gemeinsamen Grab mit seiner zweiten Frau Anke bestattet werden sollte.
Als Höhepunkt seiner Karriere nannte Carrell die Show von "Am laufenden Band, in der er 1975 mit vier Kandidaten eine halbe Stunde gegen Muhammad Ali geboxt hatte. Ein Tiefpunkt sei der Tonausfall beim Auftritt von Heinz Rühmann gewesen, um den er sich lange bemüht habe.
Auf die Frage, ob er Galgenhumor habe, antwortete Rudi Carrell: "Natürlich! Ich bleibe Profi - bis zum Schluss." Sein Gemütszustand sei sehr gelassen. In Erinnerung bleiben möchte er "als ein Mann, der sie (die Zuschauer) gut unterhalten hat".
Quelle: ap