Düsseldorf (RPO). Sie spielte nicht die Hauptrolle, sie war auch nicht die Mörderin. Dennoch stach Lavinia Wilson am Sonntag im Tatort besonders hervor. Die Schauspielerin beeindruckte mit ihrer gefühlvollen Darstellung einer Tochter, die schmerzhaft die dunklen Seiten ihres Vater erfahren muss. So jung und zart die Münchnerin wirkt, so erfahren ist sie in ihrem Beruf.
In ihrer Rolle als Nadja Kleeberg zeigte die 29-Jährige überzeugend, wie eine junge Frau an ihrem Vaters zu zweifeln beginnt. Man nahm ihr die innere Zerrissenheit ab, glaubte den Wandel von der kühlen Geschäftsfrau zum verunsicherten Mädchen. Kein Wunder, denn Lavinia Wilson hat schon jahrelange Erfahrung als Schauspielerin. Sie ist 29 Jahre alt, doch die Liste ihrer Filme ist lang.
Ihr englischer Name klingt wie die Schöpfung findiger PR-Berater, doch sie hat ihn ihrer Herkunft zu verdanken. Die Tochter eines amerikanischen Anthropologen und einer Politikwissenschaftlerin wächst zweisprachig auf.
1991 gibt ihr Kinodebüt in „Leise Schatten“ von Sherry Hormann. Im Fernsehen debütiert sie zwei Jahre später in Vivian Naefes „Todesreigen“. Ihre jüngsten Filme sind „Rheingold“ und „Lenz“. 2000 war die Schauspielerin gleich mit zwei Filmen im Kino zu sehen: Sie spielte in dem Drama „Julietta“ von Regisseur Christoph Stark die Hauptrolle. In Marco Petrys Komödie „Schule“ war sie neben Daniel Brühl und Jasmin Schwiers zu sehen. 2009 spielte sie im Fernsehfilm „Frau Böhm sagt nein“, im Jahr zuvor bei „Ein Dorf sieht Mord“.
Info
Am Sonntag, 13. Dezember, ist Lavinia Wilson zu Gast bei "Zimmer frei!" um 22.15 Uhr im WDR.
Preise als Nachwuchs-Schauspielerin
Trotz ihrer zehn Jahre Erfahrung als Schauspielerin geht Lavinia Wilson 2001 für drei Monate nach New York zu einem Schauspielworkshop beim Michael-Howard- Studio. Auszeichnungen gab es nicht nur für mehrere Filme in denen die 29-Jährige mitspielte, sondern auch für ihre Leistungen: Für „Allein“ von Thomas Durchschlag wurde Lavinia Wilson 2005 mit dem Max Ophüls-Preis als beste Nachwuchs-Darstellerin ausgezeichnet. 2002 erhielt sie den „Rising Movie Talent Award“.
2006 steht Lavinia Wilson zum ersten Mal im Theater auf der Bühne. Unter der Regie von Martin Kusej spielt sie im Hamburger Schauspielhaus Christine in Ödön Horwáths „Zur schönen Aussicht“ an der Seite von August Diehl.
Allein auf eine Karriere als Schauspielerin verlässt sich die gerade 1,64 Meter große Rothaarige, die regelmäßig Tanzunterricht nimmt, nicht. Seit 2002 studiert sie an der Fernuniversität Philosophie, Geschichte und Soziologie.
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Quelle: top/csi