Autobiografie der Tennis-Legende: Andre Agassi gesteht Drogenkonsum
zuletzt aktualisiert: 28.10.2009 - 11:00London (RPO). Er war einer der größten Tennisspieler der Welt und er ist der Mann, der seit Jahren an der Seite von Deutschlands größter Tennisspielerin lebt. In diesen Tagen erscheint seine Autobiografie. Die britische Zeitung "The Times" veröffentlicht derzeit Auszüge aus dem Buch.
In dem Buch legt Andre Agassi ein umfassendes Drogen-Geständnis abgelegt: Der Ex-Weltklassespieler räumt ein, während seiner Karriere im Jahr 1997 die stark abhängig machende Droge Crystal Meth genommen zu haben und von den Sportbehörden auch positiv getestet worden zu sein. Um einer Strafe zu entgehen, habe er der Tennisorganisation ATP gegenüber behauptet, er habe die synthetische Substanz versehentlich eingenommen.
Crystal Meth habe er das erste Mal mit einem Assistenten konsumiert, den Agassi in seiner Autobiografie "Slim" nennt. "Slim schüttete eine kleine Menge Puder auf den Couchtisch. Er machte eine Linie, schnupfte sie. Er machte noch eine. Ich schnupfte. Ich sank zurück in das Sofa", schreibt der heute 39-Jährige in seinem Buch. "Es gibt einen Moment des Bedauerns, gefolgt von riesiger Traurigkeit. Dann kommt eine Welle der Euphorie und schwemmt jeden negativen Gedanken aus meinem Kopf."
Zur Zeit seines Drogenkonsums befand sich Agassi in einem Formtief. Privat plagten ihn Zweifel an seiner bevorstehenden Hochzeit mit US-Schauspielerin Brooke Shields. Agassi pflegte im Tennis-Zirkus lange Zeit ein Image als Rebell.
"Sie ist schön wie eine Göttin"
Die "Bild"-Zeitung druckt ebenfalls Details aus der Autobiografie ab. Dort schreibt Agassi über seine Ehefrau und die Mutter seiner zwei Kinder geradezu hymnisch. Er habe sich in sie verknallt, als er einmal im französischen Fernsehen gesehen habe. Er sei "wie vom Donner gerührt" gewesen, hingerissen "von ihrer bescheidenen Anmut, ihrer natürlichen Schönheit".
Detailliert beschreibt er, wie die beiden sich kennenlernten. Zunächst arrangierte sein Trainer nach der Trennung von Brooke Shields ein gemeinsames Training mit Steffi Graf. Er habe Mühe gehabt, sich auf das Spiel zu konzentrieren, weil er "noch nie eine so wunderschöne Frau gesehen" habe.
Nach dem Spiel schickt er ihr rote Rosen und ein Kärtchen, auf dem er sich für das Spiel bedankt. Doch zunächst weist ihn Steffi Graf zurück, denn noch hat sie einen Freund. Erst nach Wimbledon kommen sich die beiden näher.
Doch es sind nicht die Ereignisse, die rühren, sondern die Worte, mit denen Andre Agassi seine Frau umschreibt. Beim Kennenlernen: "Ich habe noch nie so eine wunderschöne Frau gesehen". Beim gemeinsamen Match: "Es ist, als würde ich sie berühren, auch wenn wir fünfzehn Meter voneinander weg stehen. Jede Vorhand ist ein Vorspiel". Im Wimbledon: "Ich blicke auf wie ein Irish Setter. Wenn ich einen Schwanz hätte, würde ich damit wedeln".
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