Stuttgart: Bambi-Verleihung: Blitzlichtgewitter für Victoria Beckham
zuletzt aktualisiert: 30.11.2006 - 22:12Stuttgart (RPO). Rund 800 Prominente aus Film, Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien sind in Stuttgart zusammengekommen, um die Bambi-Preisträger 2006 zu feiern. Sängerin Victoria Beckham, Königin Silvia von Schweden, Boris Becker und viele andere Weltstars sorgte auf dem Roten Teppich für ein nicht enden wollendes Blitzlichtgewitter.
Die Moderatoren Eva Padberg und Harald Schmidt eröffneten die Gala mit rund 800 Gästen im Mercedes-Benz-Museum. Schmidt stimmte das Publikum mit einer Gesangseinlage ein. Er gab begleitet von seiner ARD-Showband mehrere Variationen einer Hymne auf Stuttgart zum Besten.
Heike Makatsch und Sebastian Koch haben den Bambi als beste deutsche Schauspieler bekommen. Heike Makatsch, Darstellerin der Stofftier-Erfinderin Margarete Steiff im gleichnamigen ARD-Film, setzte sich gegen ihre Kolleginnen Felicitas Woll und Nadja Uhl durch und zeigte sich "überglücklich". Sebastian Koch schlug die Kollegen Benno Fürmann und Moritz Bleibtreu aus dem Rennen. Er bedankte sich vor allem beim Regisseur des Films "Das Leben der Anderen", Florian Henckel von Donnersmarck. Darin spielt Sebastian Koch einen Schriftsteller in der DDR, der von der Stasi abgehört wird.
Zuvor hatte bereits Schauspieler Mario Adorf einen Bambi in der Kategorie Kultur erhalten. Die Laudatio hielt seine Kollegin Iris Berben, die ihn als "Glücksfall" bezeichnete und unter anderem seine Vielseitigkeit hervorhob: "Du lebst und verkörperst alles, was Kultur ausmacht", sagte sie zu Adorf. Er sei nicht nur Schauspieler, sondern auch Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Sänger. Zugleich sei er ein "Meister des erstklassigen Understatements". Adorf bedankte sich, die Laudatio sei "wirklich sehr schmeichelhaft". Eigentlich habe er schon befürchtet, dass es der Preis fürs Lebenwerk werde: "Das kann noch warten", sagte der 76-Jährige.
Auch Opernstar Anna Netrebko nahm einen Bambi in der Kategorie Klassik entgegen. Ihn überreichte Modedesigner Karl Lagerfeld. Die Sopranistin bedankte sich auf Deutsch: "Vielen Dank für diesen wunderschönen Abend." Lachend verbesserte sie: "Preis." Auf Englisch fügte sie hinzu, dass sie den Preis ihren Zuhörern widmen möchte. TV-Moderatorin Michelle Hunziker überreichte der Band Scissor Sisters den Bambi in der Kategorie Shooting Stars.
Prominenteste Preisträgerin der Bambi-Verleihung 2006 ist Königin Silvia von Schweden. Sie wird für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. Hollywood-Star Samuel L. Jackson war nach Stuttgart gereist, um in der Kategorie Film international geehrt zu werden. Für Glamour sorgte auch Victoria Beckham, die als Laudatorin für Modedesigner Roberto Cavalli erschienen war.
Der Bambi für den besten deutschen Film ging an "Das Parfum", und zwar an Produzent Bernd Eichinger, Regisseur Tom Tykwer und Hauptdarsteller Ben Whishaw. In der Kategorie Schauspiel national waren Heike Makatsch, Felicitas Woll und Nadja Uhl nominiert sowie Sebastian Koch, Benno Fürmann und Moritz Bleibtreu.
Lob von Beckenbauer
Der Jubel um die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland fand sein Echo bei der Bambi-Verleihung: Franz Beckenbauer sagte, man könne sagen, dass Deutschland ein anderes Erscheinungsbild in der Welt abgebe als bisher. Er lobte den Einsatz der 15.000 "Volunteers" (Freiwilligen) und zeichnete stellvertretend die Hilfsaktion "Wangen hilft Togo" aus sowie Stefanie Dörrer, die spontan eine Familie aus Ecuador während der Fußball-WM untergebracht hatte, und den 13-jährigen blinden Kevin Barth, der WM-Berichte für Taub-Blinde erstellt hatte.
Auch die Torhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann standen auf der Preisträgerliste. Und Regisseur Sönke Wortmann wurde für seine Dokumentation "Deutschland. Ein Sommermärchen" ausgezeichnet.
Überraschung für das Publikum: Auch die Witwe des 2003 verstorbenen Hollywood-Stars Gregory Peck bekam von Moderator Harald Schmidt einen Bambi überreicht. Das Gold-Kitz soll einen vor mehr als 50 Jahren an Peck verliehenen Bambi aus Porzellan ersetzen, der bei einem Erdbeben zerstört wurde.
Den Preis in der Kategorie Lebenswerk ging an die seit 50 Jahren verheirateten Schauspieler Nadja Tiller und Walter Giller für ihre "außergewöhnlich erfolgreichen und dauerhaften Karrieren im Theater, im Film und im Fernsehen".
In der Kategorie "Kunst" stand Maler Jörg Immendorff auf der Liste der Geehrten. Er habe mit seinem einzigartigen Werk die jüngere Geschichte Deutschlands begleitet und künstlerisch interpretiert, hieß es zur Begründung.
Der Popband Juli wurde der Preis in der Kategorie Musik national zuerkannt. Zu der Gruppe gehören neben der Sängerin Eva Briegel die Gitarristen Jonas Pfetzing, und Simon Triebel, der Bassgitarrist Andreas Herde und der Schlagzeuger Marcel Römer.
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