Nach Krebsleiden: Barbara Rudnik ist tot
zuletzt aktualisiert: 23.05.2009 - 17:04München (RPO). Die Schauspielerin Barbara Rudnik ist tot. Am Samstag starb die populäre Schauspielerin, die fast bis zum Schluss vor der Kamera stand, im Alter von 50 Jahren in einem Krankenhaus im Beisein von Familie und Freunden.
Barbara Rudnik wählte einen ungewöhnlichen Weg, um mit ihrem schweren Schicksal umzugehen: Als eine der schönsten deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation stellte sie sich vor einem Jahr mit fast kahlem Kopf nach einer Chemotherapie den Fotografen eines Hochglanz-Magazins. Rudnik hatte Ende 2005 die Diagnose erhalten, dass sie an der bösartigsten Krebsart erkrankt war. Diese hatte nach ihrer Brust auch Leber, Knochen und Kopf befallen. Hoffnung auf Heilung gab es nicht. "Es ist ein täglicher Kampf ums Überleben", sagte sie damals.
Die Schauspielerin wurde vor allem mit TV-Rollen bekannt. Rudnik spielte unter anderem in der ZDF-Serie "Die Stadtindianer" (1993) mit, hatte neben Götz George 1995 eine Rolle in "Der Sandmann" und war in der Bernd Eichinger-Produktion "Es geschah am helllichten Tag" (1997) zu sehen. 2002 übernahm sie die Rolle der Kommissarin Simone Dreyer in der ARD-Krimiserie "Polizeiruf 110" und überzeugte mit intensivem Spiel. Sie stand dann als Rut Brandt in dem ARD-Mehrteiler "Im Schatten der Macht" in der Regie von Oliver Storz über die letzten zwölf Tage vor dem Rücktritt von Bundeskanzler Willy Brandt vor der Kamera und drehte mit Otto Sander in Kassel den Thriller "Tödliches Vertrauen".
Auch Theater spielte Rudnik zwischendurch immer wieder, weil sie nach eigenem Bekunden dort die "besondere Atmosphäre" schätzte. Und sie gehörte zu den Initiatoren des im April 2006 gegründeten Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler.
Als sie vor einem Jahr mit ihrem schweren Schicksalsschlag an die Öffentlichkeit ging, wünschte sie sich neue Rollenangebote und kein Mitleid. "Ich fühle mich gut, bin gesundheitlich relativ stabil und voller Pläne. Mitleid? Das lasse ich nicht zu", sagte Rudnik. Und sie offenbarte, sie sei trotz ihrer schweren Krebserkrankung glücklicher als vor der tödlichen Diagnose. Es sei schwer zu glauben, "aber genau so empfinde ich das. Ich hadere nicht mehr so viel mit mir", sagte die damals der Illustrierten "Bunte". Sie lebe bewusster und glücklicher als noch vor Jahren, weil sie jeden Tag genieße. "Ich habe in mir eine ungeheure Lebenslust entdeckt, die viel zu lange verschüttet war", fügte sie hinzu.
Seit August 2008 zeigte sie auch immer wieder in der Öffentlichkeit: schritt zur Premiere des Kinofilms "Der Baader Meinhof Komplex" mit Hut über den roten Teppich und stellte sich ebenfalls mit Kopfbedeckung den Fragen der Talkshow von Johannes B. Kerner. Im Oktober begleitete sie die Autorin Kerstin Cantz auf einer Lesereise.
Im März dieses Jahres stand die Schauspielerin noch fürs ZDF vor der Kamera: Auf Amrum drehte sie einen TV-Thriller mit dem Arbeitstitel "Die Insel". Gern hätte sie die ARD auch bei den derzeitigen Dreharbeiten der Familienkomödie "Liebling, weck die Hühner auf" mit dabei gehabt, doch Rudnik sagte ihre Teilnahme vor wenigen Tagen ab. In einem ersten Film mit der Geschichte der Teuffels, einer Familie, die von Berlin in ein beschauliches brandenburgisches Dorf gezogen ist, hatte Barbara Rudnik 2002 noch die Hauptrolle gespielt. Damals konnte sich die häufig als kühle, unnahbare Schöne besetzte Schauspielerin mal wieder von ihrer komödiantischen Seite zeigen.
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