Noch-Ehefrau soll sich entschuldigen: Berlusconi schlägt zurück
zuletzt aktualisiert: 04.05.2009 - 14:58Rom (RPO). Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist nach der Scheidungsankündigung seiner Frau zum Gegenangriff übergegangen. Es sei nun schon das dritte Mal, dass seine Frau ihm inmitten eines Wahlkampfs in die Parade fahre - "das reicht", sagte der 72-Jährige italienischen Medien. Er glaube nicht an eine Versöhnung und wisse auch nicht, ob er sie überhaupt noch wolle.
Berlusconis Ehefrau Veronica Lario hatte am Wochenende angekündigt, dass sie wegen der anhaltenden Schwäche ihres Mannes für hübsche, junge Frauen die Scheidung wolle. Das Fass zum Überlaufen brachte laut Medienberichten Berlusconis Erscheinen bei der Geburtstagsfeier einer blonden 18-Jährigen in Neapel in der vergangenen Woche - während er bei den Feiern seiner eigenen Kinder zu deren 18. Geburtstagen durch Abwesenheit geglänzt hatte.
"Meine Ehe ist zu Ende. Ich kann nicht bei einem Mann bleiben, der mit Minderjährigen verkehrt", soll die 52-Jährige laut Zeitungen zu einer Freundin gesagt haben. Es sei nicht akzeptabel, dass sie in den Medien darüber lesen müsse, wie ihr Mann die junge Blondine in Rom und Mailand getroffen habe und wie diese ihn zärtlich "Opa" nenne.
Berlusconi wies am Montag in der Zeitung "La Stampa" jegliche Verdächtigungen über die Beziehung zwischen ihm und der 18-Jährigen zurück. "Die Signora sagt, dass ich mit 17-Jährigen um die Häuser ziehe. Das ist eine Unterstellung, die ich nicht zulassen kann. Ich bin mit ihrem Vater befreundet, das ist alles. Das schwöre ich", sagte er "La Stampa". Seine Frau müsse sich öffentlich für ihre Angriffe auf ihn entschuldigen, forderte der Regierungschef: "Und ich weiß nicht, ob das genügt."
Noch am Sonntag hatte Berlusconi zunächst zurückhaltend auf die Berichte über seine Eheprobleme reagiert. Er sprach von einer "schmerzhaften persönlichen Angelegenheit", die besser privat bleiben sollte. Einen Tag später warf er seiner Frau nun vor, den Medien "in die Falle gegangen" zu sein und ihren Geschichten Glauben geschenkt zu haben.
Der "Stampa" sagte Berlusconi, er sei "besorgt und enttäuscht". Gleichzeitig ließ er durchblicken, dass die Ehe zwischen ihm und seiner 20 Jahre jüngeren Frau offenbar schon seit langem alles andere als harmonisch war: "Den Kindern zuliebe bin ich in einer schwierigen Lage geblieben, aber jetzt ist es vorbei ... es ist eine Geschichte, die hätte privat bleiben sollen." Er könne es nicht akzeptieren, dass seine Frau in den Zeitungen über ihn herziehe.
Erst vor wenigen Tagen hatte Berlusconis Ehefrau mit einem offenen Brief für Aufsehen gesorgt, in dem sie sich über Berlusconis Entscheidung aufregte, politisch weitgehend unerfahrene, aber hübsche Starlets auf die Kandidatenliste seiner Partei für die Europawahl im Juni setzen zu lassen.
Angesichts der erwarteten Milliarden-Scheidung begannen Italiens Medien, die Reichtümer des Medien-Magnaten aufzuzählen, dessen Vermögen von Forbes auf 4,5 Milliarden Euro geschätzt wird. Der öffentliche Rosenkrieg ist ein seltenes Schauspiel in Italien. "Früher wusste man nicht einmal, ob Politiker verheiratet waren oder Kinder hatten", sagte der Politik-Experte Mario Tarchi. "Über Scheidungen wurde in den Medien nicht gesprochen."
Der 72-jährige Regierungschef hatte seine 20 Jahre jüngere Frau 1980 kennengelernt, 1990 heirateten sie. Das Paar hat zwei Töchter und einen Sohn im Alter zwischen 20 und 24 Jahren. Bereits vor gut zwei Jahren hatte sich Berlusconi mit einem scherzhaft ausgesprochenen Heiratsantrag an eine Parteikollegin einen öffentlichen Ehekrach eingehandelt. Auch damals wandte sich die ehemalige Schauspielerin Lario in einem offenen Brief an die Presse und forderte eine öffentliche Entschuldigung, die sie damals auch bekam.
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