Möglicher Unfallfahrer: "Böhse Onkelz"-Sänger besitzt keinen Führerschein
zuletzt aktualisiert: 06.01.2010 - 16:07Frankfurt/Main (RPO). Der wegen mutmaßlicher Unfallflucht ins Visier der Ermittler geratene Sänger der ehemaligen Rockband Böhse Onkelz hat keinen Führerschein. Seine für Deutschland gültige Fahrerlaubnis habe Kevin Russell bereits 2004 wegen Straßenverkehrsgefährdung verloren und bislang nicht wiedererlangt, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf ddp-Anfrage.
Nach wie vor sei aber nicht geklärt, ob Russell bei dem Unfall auf der A 66 in der Silvesternacht, bei der zwei Insassen eines anderen Fahrzeugs schwer verletzt wurden, wirklich am Steuer gesessen habe.
Der Täter hatte auf der A 66 zwischen Zeilsheim und Kelkheim mit seinem Auto mit hoher Geschwindigkeit überholt und war beim Einscheren mit einem anderen Wagen kollidiert. Beide Fahrzeuge gerieten ins Schleudern und prallten gegen die Leitplanke. Dabei fing das Fahrzeug der 19 und 21 Jahre alten Unfallopfer Feuer. Die beiden Männer sind nach Angaben der Polizei vom Mittwoch nicht mehr in Lebensgefahr, müssen jedoch wegen ihrer schweren Brandverletzungen weiterhin stationär behandelt werden.
Der Fahrzeughalter des Unfallwagens hatte ausgesagt, sein Auto zum fraglichen Zeitpunkt an Russell verliehen zu haben. Im Auto fanden sich auch mehrere falsche Zähne, die dem Sänger der 2005 aufgelösten Rockband zuzuordnen seien. Russell bestritt allerdings, den Unfallwagen gesteuert zu haben.
Stattdessen meldete sich ein weiterer Mann bei der Polizei, der angab, das Auto zum fraglichen Zeitpunkt gefahren zu haben. Nähere Angaben zu den Aussagen der beiden Tatverdächtigen macht die Staatsanwaltschaft derzeit mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Ein DNA-Abgleich mit dem Fahrer-Airbag soll nun frühestens Anfang nächster Woche klären helfen, wer die folgenschwere Unfallflucht begangen hat.
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