Preis und Tochter der Grund: Boxlegende Ali in Berlin
zuletzt aktualisiert: 16.12.2005 - 14:30Berlin (rpo). Die Kämpferpose beherrscht er immer noch auf seine faszinierende Art und Weise: Mit geballten Fäusten zeigte sich Boxlegende Muhammad Ali am Freitag in Berlin der Öffentlichkeit. Der dreimalige Schwergewichts-Weltmeister wird am Samstagabend als erster Sportler überhaupt mit der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold ausgezeichnet. Danach wird er seine Tochter Laila anfeuern.
Der 63-Jährige will sich seiner Passion widmen und Tochter Laila beim Boxen zusehen. Die tritt in der Max-Schmeling-Halle gegen die Schwedin Asa Maria Sandell an.
Gestützt von zwei Helfern wurde Ali während einer Pressekonferenz auf das Podest geführt. Sitzend reckte das Sportidol seine Fäuste in die Kameras. Ali leidet seit mehr als 20 Jahren an Parkinson, das Sprechen übernahm seine Frau Lonnie. "Meinem Mann geht es gut", sagte Lonnie Ali. Er freue sich sehr, nach langen Jahren wieder in Deutschland bei seinen größten Fans zu sein.
Über die boxende Laila macht sich das Ehepaar offenbar keine Sorgen. "Ali war erst sehr überrascht, als er von ihren Plänen hörte", sagte Lonnie Ali. Schließlich habe er um die Gefahren am besten gewusst. "Das letzte, was er wollte war, dass sein Baby verletzt wird". Dann habe der Papa seine Tochter jedoch boxen sehen und sei beruhigt gewesen.
"Sie hat jedenfalls noch nie verloren"
Auch Lonnie Ali zeigte sich voller Stolz über Laila Ali. "Das Training ist sehr anstrengend. Ich könnte das nie", sagte sie, wusste allerdings nicht, wo der Kampfrekord ihrer Stieftochter steht. "Sie hat jedenfalls noch nie verloren". Aufklärung brachte der Fotograf und enge Freund von Muhammad Ali, Howard Bingham: Laila Alis Bilanz steht demnach bei 21 Kämpfen, die sie alle gewonnen hat.
Die Otto-Hahn-Friedensmedaille bekommt Ali von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen verliehen. Gründe für die Verleihung sind sein Engagement im Dienste der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der weltweiten kulturellen Emanzipation der Schwarzen sowie sein Einsatz als UN-Friedensbotschafter. Das Box-Idol steht damit in einer Reihe mit früheren Preisträgern wie Michail Gorbatschow und Simon Wiesenthal. Die Medaille wird den Angaben zufolge Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit übergeben. Die Laudatio hält Jan Philipp Reemtsma.
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