Die Schiffer wird 40: "Claudia war eine ganz Nette"
zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 08:15Rheinberg (RP). Claudia Schiffer zierte mehr als 1000 Zeitschriften-Cover, gilt als dienstälteste Lagerfeld-Muse und 200 Millionen Euro schwere Werbe-Ikone: Heute wird die Rheinbergerin 40 Jahre alt. Jugendfreunde erinnern sich.
Sie ist natürlich elegant und zeitlos schön. Von Claudia Schiffer präsentiert – wie jüngst auf dem Titel einer "Claudia"-Edition der "Vogue" – wirkt selbst ein nackter Babybauch stilvoll. "La Schiffer" ist die Verkörperung des guten Geschmacks und der Inbegriff des skandalfreien Erfolgs: Diszipliniert und bodenständig, so ist Deutschlands bekanntestes Laufsteg-Topmodel, schwärmen ihre berühmten Kollegen. Und so war Claudia Schiffer schon immer, bestätigen Freunde aus Kinder- und Jugendtagen im niederrheinischen Rheinberg.
"Die Claudia war einfach eine ganz Nette, eine liebe Kindergartenkameradin", erzählt Olaf Pastoors, Schifffahrtskaufmann aus Rheinberg. Damals wohnte er nur drei Häuser von dem der Schiffers entfernt, war mit seiner Schwester Ramona oft zum Spielen bei den Nachbarn. "Fangen, Verstecken, solche Sachen eben. Bei Schiffers gab es immer tolle Spielsachen", sagt er. Pastoors' Schwester erinnert sich vor allem an den Bananenmatsch, den Claudias Mutter immer für die Kinder machte.
"Bananen in Milch zerdrückt, das mochte Claudia so gerne – ich habe immer abgelehnt. Heute bereue ich das, offenbar macht Bananenmatsch ja schön", meint die 38-Jährige. In noch besserer Erinnerung sind Ramona Pastoors allerdings die gemeinsamen Wege zur Katholischen Grundschule St. Peter geblieben, einige Jahre später. "Claudia war ein Jahr älter als ich und schon damals sehr groß. Wenn ältere Schüler uns geärgert haben, machte es Eindruck, dass sie dazwischen gegangen ist."
Markus Geßmann traf Claudia und ihre Familie immer am Wochenende, bei regelmäßigen Besuchen in der Rheinberger St.Peter-Kirche. Später nahmen sie gemeinsam Kommunionsunterricht. "Ausgerechnet zur Erstkommunion wurde Claudia dann krank, lag mit Fieber im Bett", erzählt der 39-jährige Feuerwehrmann. "Also sind der Pfarrer und ich zu ihr nach Hause gegangen und haben ihr die Hostie gebracht."
Am Gymnasium fiel Claudia Schiffer später vor allem durch ihr künstlerisches Talent auf. Sie war in einer Musik AG, konnte "super zeichnen", wie eine ehemalige Mitschülerin schwärmt. Ihr hatte das spätere Topmodel einmal ein Mädchen auf einem Surfbrett ins Poesiealbum gezeichnet. "Aber Claudia hat sich nie mit irgendetwas in den Vordergrund gespielt, war eher zurückhaltend", sagt die 39-Jährige. "Auch als es dann losging mit den Modeljobs und Claudia manchmal freitags und montags in der Schule fehlte, hat sie sich lieber krankgemeldet als zu erzählen, was sie tatsächlich macht."
Schon damals hätte es Neider gegeben, die nur den Glamour sahen, nicht die harte Arbeit hinter dem Erfolg. "Klar waren wir auch mal weg, tanzen in Düsseldorf", sagt die Schulfreundin. "Aber ob ich Claudia jemals habe Alkohol trinken sehen? Ich weiß es nicht. Geraucht hat sie definitiv nicht."
Drei Kinder, Familienleben, das dagegen passe absolut zu der Claudia Schiffer, die sie damals kannte, sagt die Freundin. Und dieses Bild der Bodenständigen habe sie auch bei ihrer letzten Begegnung wieder bestätigt: "Als ich sie auf dem Rheinberger Schützenfest gesehen habe, sind wir zusammen Pommes essen gegangen."
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