Iran: Dänische Kekse heißen jetzt "Rosen von Mohammed"
zuletzt aktualisiert: 17.02.2006 - 10:01Teheran (rpo). Iraner lieben dänisches Gebäck - und haben die bekannten "Danish Pastries" aus Protest gegen die Karikaturen nun in "Rosen des Propheten Mohammed" umbenannt. Bäckereien in Teheran deckten die herkömmliche Bezeichnung für die süßen Butterkekse ab, nachdem die Konditorei-Innung die Änderung verfügt hatte.
"Angesichts der Beleidigungen des Propheten in dänischen Zeitungen werden Danish Pastries mit sofortiger Wirkung 'Rose von Mohammed'-Gebäck heißen", begründete die Organisation ihre Entscheidung. In einer der beliebtesten Bäckereien der iranischen Hauptstadt wurde das Wort "dänisch" mit einem schwarzen Band verdeckt, auf dem "Oh Hussein" stand - eine Referenz an den schiitischen Märtyrer.
Mahdi Pedari ließ die alte Bezeichnung dagegen auf seiner Karte stehen und stellte die neue daneben. Er wolle seine Kunden so über die Änderung informieren, erklärte der Konditoreibesitzer. Einige Gebäckliebhaber schwenkten sofort um, andere sind weniger enthusiastisch. "Ich will einfach nur das süße Gebäck", sagte die Hausfrau Zoreh Masumi. "Wie sie heißen, ist mir egal."
Iraner lieben Süßigkeiten und bringen sie gern als Geschenk zu Feiern mit. Die "Danish Pastries" sind besonders beliebt. Die Spezialität stammt aus dem 17. Jahrhundert, als ein französischer Bäckerlehrling vergaß, Butter zum Mehl zu geben, und seinen Fehler dadurch gutzumachen versuchte, indem er Butterklumpen in den Teig wickelte.
Das Gebäck wird im Iran selbst hergestellt und nicht aus Dänemark eingeführt. Teheran hat wegen der Mohammed-Karikaturen alle Handelsbeziehungen mit dem skandinavischen Land abgebrochen. Die Umbenennung von Speisen als Zeichen des Protests hat ein Vorbild in den USA: Dort änderten die Restaurants auf dem Kapitol in Washington die traditionelle Bezeichnung "french fries" für Pommes frites in "freedom fries", weil Frankreich den Irak-Krieg nicht unterstützte.
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