Bereit, die Welt zu retten: Das Phänomen Peter Fox
VON ANNE WEISSSCHÄDEL - zuletzt aktualisiert: 15.02.2009 - 23:05Düsseldorf (RPO). Mit seinem realistischen Liebeslied "Schwarz zu Blau" an Berlin sang Peter Fox die Konkurrenz von Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" 2009 an die Wand. Aber wer ist dieser Mann, der so gnadenlos ehrlich und doch mit viel Lebensfreude seine Umwelt kommentiert?
Dancehall und Reggae, Seeed, Berlin, rote Haare, kritische Songtexte - ein Brainstorming zu Peter Fox fördert die unterschiedlichsten Begriffe zutage. Seit sein Soloalbum wie ein Bombe eingeschlagen ist, begleitet seine Musik im Radio durch den Alltag. Gerade hat er 15 andere deutsche Bands bei Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" weit hinter sich gelassen. Mit 174 von 192 möglichen Punkten stellte der Sänger einen neuen Rekord auf.
Die Fans haben gesprochen. Auch auf seiner Internetseite finden sich durchweg Jubel-Kommentare. "Ich finde deine Musik einfach nur genial!! Ich finde, du hast eine ganze neue Musikrichtung geschaffen...Weiter so!!" schreibt "Sandy" in ihrem Kommentar über die Mischung aus Reggae und Dancehall. Auch für seine Live-Auftritte ist er seit seiner Bandkarriere bei Seeed berühmt und beliebt. "Einfach genial, wir Ihr da auf der Bühne rockt", schreibt "Marcel" mit Vorfreude auf das nächste Konzert.
Wer ist Peter Fox?
Peter Fox heißt im wahren Leben Pierre Baigorry und wächst als Sohn einer französischen Baskin in Berlin auf. Er besucht das französische Gymnasium, beginnt eine Lehre als Klavierbauer. Die findet er aber zu langweilig und so jobbt er in einem Plattenladen, beginnt ein Sonderpädagogik-Studium, bis 1998 die Ära Seeed beginnt.
Die elf Musiker von Seeed beschließen in Anlehnung an die "Marching Bands" - eigentlich ein marschierendes Blasorchester - ein „mobiles Reggae-Sondereinsatzkommando“ zu werden. Und das ziemlich erfolgreich. Die Jungs sammeln mit drei Alben Top-Ten-Hits, drei Echos und fünf Goldene Schallplatten.
Ungebremst in die Solo-Karriere
Nach acht Jahren Bandkarriere und unzähligen Auftritten legt die Combo eine Pause ein - Peter Fox aber nicht. Er macht ungebremst weiter, nun als Solo-Künstler und nicht weniger erfolgreich. Dabei sieht er sich eigentlich eher als Produzent, gesteht er in der Biografie auf seiner Internetseite. „Ich singe eigentlich nur aus der Not heraus, weil damals kein anderer singen wollte."
So ist das Album "Stadtaffe", das im September 2008 erscheint nun doch komplett marke Eigenbau. Beats, Texte und Gesang kommen von Fox selbst. Und erneut räumt er ab: Platz zwei der deutschen Charts, vier goldene und eine Platin-Schallplatte. Live lässt er sich dabei aber auch von einer großen Band den Rücken stärken.
Songs über das wahre Leben und Tagträume
Wieder spielt seine Heimatstadt, der Seeed schon mit "Dickes B" eine Hommage widmeten, eine große Rolle. Die neue Single "Schwarz zu Blau", beschreibt Berlin, wie man es vorfindet, wenn man morgens verkatert aus einem Club kommt. "Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein", heißt es da im Refrain. Und doch endet der Song mit dem Satz: "Und ich weiß, ob ich will oder nicht,
dass ich dich zum Atmen brauch."
Seine zweite Single "Haus am See" ist dagegen der Tagtraum seines Lebens. "Ich hab' 20 Kinder meine Frau ist schön" singt er und "die Welt vor mir ist für mich gemacht!". Den höchsten Chartplatz erreichte aber bis jetzt seine erste Single "Alles Neu" mit Platz vier. "Mein altes Leben, schmeckt wie 'n labriger Toast" singt er und darum: "Motte die Klamotten ein, und dann geh ich nackt shoppen". Das Motto für seinen Neustart: "Bereit die Welt zu retten, auch wenn das vielleicht zu viel gewollt ist."
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