Neue Sat.1-Serie: Der Albtraum-Schwiegersohn
VON VERENA BRETZ - zuletzt aktualisiert: 13.04.2007 - 14:43(RP). Dass sein zukünftiger Schwiegersohn während des Essens seinen Schoßhund durch die Luft wirbelt - egal. Dass er scheinbar in der Toilette nach seinen Exkrementen fischt, um diese dann aufs gläserne Vordach zu werfen - egal. Auch die dummen Sprüche nimmt er ihm nicht übel. Als er das Fast-Familienmitglied jedoch mit seiner Frau im Bett erwischt, ringt Albrecht von Schanz zum ersten Mal um Fassung. Aber nur für einen Moment.
„Hilfe, Hochzeit!“ heißt die irrwitzig schräge Comedyreihe, die ab heute an sieben Freitagen erzählt, wie sich die letzten sieben Tage vor der Trauung zur schlimmsten Woche des Lebens entwickeln. Sat.1 hat für die deutsche Adaption der BBC-Serie „The Worst Week of My Life“ hochkarätige Darsteller wie Christoph Maria Herbst, Ulrike C. Tscharre, Peggy Lukac, Anna Fischer und Uwe Friedrichsen verpflichtet. Friedrichsen spielt das nobel-strenge Familienoberhaupt Albrecht von Schanz, einen pensionierten Bundesverfassungsrichter.
Nach einer überstandenen Krebserkrankung hat sich der 72-jährige Schauspieler seit Anfang der 90er Jahre auf dem Bildschirm rar gemacht. Aber bei diesem Angebot konnte Friedrichsen nicht „Nein“ sagen. „Ich habe mir das englische Original angeschaut und war sofort begeistert“, erzählt der Hamburger. „Diese Art von Humor ist durchaus der Humor, über den ich auch privat lachen muss.“
Während des Drehs war Lachen allerdings tabu. „Einen speziellen Trick fürs Ernstbleiben habe ich nicht“, erklärt Friedrichsen, der auch im Gespräch hanseatische Zurückhaltung wahrt. „Ich habe einfach versucht, diese unglaubliche Contenance, die Leute wie dieser Albrecht von Schanz besitzen, glaubhaft darzustellen. Es hat viel Spaß gemacht, inmitten aller Turbulenzen diesen ernsten Charakter durchzuhalten. Diese Figur ist so etwas wie der Kontrapunkt zu dem ganzen Chaos.“
Verantwortlich für das ganze Chaos ist der Schwiegersohn in spe, der freundlich-tapsige Bankangestellte Joachim. „Er ist ein Altruist, der es allen recht machen will, aus einem sehr liebevollen Wesen heraus“, beschreibt Christoph Maria Herbst seine Rolle. Der „Stromberg“-Darsteller war froh, „mal ohne Klobrillen-Bart und Halbglatze“ vor der Kamera stehen zu dürfen. Obwohl er zunächst skeptisch war: „Wieder eine Serie, wieder Comedy.“ Aber dann habe er sich das BBC-Original angeschaut und sich „weggeworfen vor Lachen“. Herbst: „Ich musste dann nur noch bei meiner Agentin ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten.“
Wenn Herbst an seine Kollegen denkt, gerät er noch immer ins Schwärmen: „Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut. Unser Ensemble bestand aus lauter nominierten und prämierten Leuten, bis hin zu altgedienten Recken wie dem großen Uwe Friedrichsen mit seinem stoischen Humor.“
Der gibt das Kompliment zurück: „Ich habe Christoph bei diesem Dreh kennen gelernt und bin hin und weg“, schwärmt Friedrichsen. „Er ist bescheiden und freundlich, hat Respekt vor der Leistung anderer, und er ist ein erstklassiger Comedian und außergewöhnlicher Kollege. Mit ihm zu arbeiten, ist das reinste Zuckerschlecken.“
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