Derricks Partner: Der ewige Harry - Fritz Wepper wird 65
VON BARBARA GROFE - zuletzt aktualisiert: 17.08.2006 - 18:33Düsseldorf (RP). Die beiden kennen sich jetzt schon eine ganze Weile. Insgesamt 30 Jahre haben sie miteinander verbracht - es soll sogar Leute geben, die die beiden nicht auseinander halten können. Schauspieler Fritz Wepper und Kriminalassistent Harry Klein, Weppers Figur in den Serien „Der Kommissar“ und „Derrick“. Harry Klein ermittelt nun schon seit ein paar Jährchen nicht mehr - Fritz Wepper schauspielert immer noch, was das Zeug hält. Heute wird er 65 Jahre alt.
Er ist schwer im Stress: „Zeit habe ich gerade kaum“, sagte das Geburtstagskind am Telefon. Dreharbeiten. Immer wieder gibt es Projekte in Fritz Weppers Karriere, die überraschen. Die nicht in die Biografie eines Schauspielers passen wollen, den der Unkundige der leichteren Fernsehunterhaltung zuordnet. „Die Brücke“ aus dem Jahr 1959 ist so eine Überraschung. Der Film zeigte, worauf es Wepper in der Schauspielerei ankommt: Qualität, Engagement und Willen.
Seitdem drehte Wepper fleißig einen Film nach dem nächsten, viel Unterhaltsames, einige Klamotten. 1972 Überraschung Nummer zwei: „Cabaret“. Acht Oscars bekam der Film mit Liza Minelli in der Hauptrolle. Fritz Wepper konnte nicht zur Preisverleihung nach Los Angeles fliegen - der Produzent von „Der Kommissar“, der Serie, in der er den Harry Klein spielte, wollte ihn nicht fahren lassen. Darüber ist der Bayer heute noch traurig.
„Der Kommissar“ mit Erik Ode in der Hauptrolle wurde von 1968 bis 1974 ausgestrahlt. Dann wechselte Harry Klein die Serie und somit auch den Chef. Von 1974 bis 1998 assistierte Fritz Wepper in „Derrick“. Fragt man Menschen nach ihrer Derrick-Erinnerung, fällt ihnen als erstes Horst Tappert mit Brille und Tränensäcken ein. Direkt danach aber kommt eine Ein-Satz-Erinnerung. „Harry, hol schon mal den Wagen“ - auch, wenn Horst Tappert den Satz in „Derrick“ nie zu Wepper gesagt hat. Der Ausspruch stammt aus der Vorgängerserie „Der Kommissar“ und ist dennoch zum Inbegriff des Ermittler-Duos Derrick/Klein geworden. Ein Problem hat Wepper damit nicht.
1998 hatte es sich an der Derrick-Front endgültig aus-ermittelt. Wepper war froh, dass die Rollenangebote nicht ausblieben, dass Produzenten und Zuschauer ihn immer noch spielen sehen wollten. Wepper ermittelte mit Bruder Elmar in der Krimiserie „Zwei Brüder“, intrigierte als fieser Fußballchef in einem fantastischen Leipziger Tatort und drehte TV-Filme. 2001 die Fernsehserie, die für Wepper noch ein Baby ist: „Um Himmelswillen“ läuft „erst“ seit fünf Jahren. Für die Darstellung des ewig grantelnden Bürgermeisters Wolfgang Wöller bekam Wepper den Bayerischen Fernsehpreis 2006 (übrigens nur einer von diversen Preisen). Auch, wenn Serien-Nonne Jutta Speidel aussteigt - Schluss ist mit der Serie noch nicht. Wepper denkt in größeren Zeitabschnitten - auch mit 65.
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