Befürchteter Rückgang nicht eingetreten: Deutsche bleiben Spenden-Weltmeister
zuletzt aktualisiert: 26.12.2004 - 15:30Frankfurt/Main (rpo). Allen finanziellen Engpässen und wirtschaftlichen Probleme zum Trotz: Die Deutschen bleiben spendenfreudig. Dies berichteten an Weihnachten Sprecher verschiedener Hilfsorganisationen und der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters.
Von einem vielfach befürchteten massiven Rückgang könne keine Rede sein, hieß es übereinstimmend. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) rief an Heiligabend zur Hilfe für die rund 25 Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen auf der Welt auf. Noch offen blieb, wie weit sich das schwere Seebeben in Südostasien auf das Spendenaufkommen auswirkt.
Die Bezeichnung Spenden-Weltmeister verdienen sich die Deutschen nach den Worten von DRK-Präsident Seiters aber auch mit ihrem Verhalten bei Spendenaufrufen von UN-Organisationen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der ehemalige Bundesinnenminister, auch dabei lägen die Bundesbürger stets an der Spitze. Für 2004 erwartet Seiters allerdings einen etwas geringeren Spendeneingang als im vergangenen Jahr.
Ein etwas geringeres Aufkommen als im Vorjahr erwartet auch der Sprecher des Deutschen Komitees für UNICEF, Rudi Tarneden. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" betonte er aber zugleich: "Von einem Einbruch kann keine Rede sein." Das katholische Hilfswerk "Misereor" hält nach den Worten von Sprecher Gottfried Baumann sogar ein kleines Plus im Vergleich zum Vorjahr für möglich. Einen leichten Rückgang erwartet dagegen die evangelische Organisation "Brot für die Welt". Der Sprecher der SOS-Kinderdörfer, Rainer Damm, ist optimistisch, das Vorjahresergebnis wieder zu erreichen. "Die Bedürftigen werden von den Deutschen nicht vergessen", sagte er derselben Zeitung.
"Die Welt darf die Kinder in Darfur nicht vergessen"
UNICEF wies in Köln darauf hin, dass jeder zweite Flüchtling weltweit ein Kind oder Jugendlicher ist. Allein in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur seien mehr als 1,1 Millionen Jungen und Mädchen von Massenvertreibungen und Krieg betroffen. Die meisten harrten seit Monaten unter extrem harten Bedingungen in notdürftigen Lagern in der Wüste aus. Trotz massiver Hilfsanstrengungen habe nicht einmal die Hälfte der Menschen in der Provinz Zugang zu sauberem Wasser.
"Die Welt darf die Kinder in Darfur nicht vergessen", sagte die Schirmherrin von UNICEF Deutschland und Frau des Bundespräsidenten, Eva Luise Köhler. Humanitäre Hilfe könne den Krieg zwar nicht beenden, aber sie sei ein Gebot der Menschlichkeit. Das Hilfswerk appellierte zugleich an die internationale Gemeinschaft, den Druck auf die Konfliktparteien zu erhöhen, damit diese die Kämpfe einstellten und die Sicherheit für die Flüchtlinge und Helfer verbesserten. Sollten die Hilfsorganisationen auf Grund der Kämpfe ihre Arbeit einstellen müssen, drohe im Sudan eine Katastrophe.
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