Seehofers Geliebte: Die Trennung traf sie wie ein Fallbeil
zuletzt aktualisiert: 01.08.2007 - 13:46Düsseldorf (RPO). Das Interview seiner Ex-Geliebten Anette Fröhlich bringt Bundesminister Horst Seehofer in Bedrängnis. Das Gespräch mit einer deutschen Illustrierten rückt den Kandidaten für den CSU-Parteivorsitz in ein unschönes Licht. Bis zuletzt habe er sie im Unklaren gelassen, lautet ein Vorwurf.
Bis zum Schluss habe er ihr Hoffnungen gemacht, sagt Anette Fröhlich in der „Bunten“. Das Klatsch-Magazin erschien am Mittwoch wegen des Exklusiv-Interviews extra einen Tag früher. Die Trennung habe sie wie ein Fallbeil erwischt, erzählt Fröhlich darin. Mit der Entscheidung zwischen Ehefrau und Geliebter hatte Seehofer sich nach dem Outing seines Verhältnisses in der „Bild“knapp sechs Monate Zeit gelassen.
Zuvor – so erzählt sie – lebten sie wie ein festes Paar zusammen. Bis kurz vor der Geburt des Babys seien sie fast immer in seiner Wohnung gewesen. Außer am Wochenende. Umso härter habe sie die Art und Weise getroffen, wie er Schluss machte.
„Leider hat er mir seine Entscheidung nicht persönlich, sondern am Telefon mitgeteilt“, erzählt Fröhlich. „Vor allem hätte ich sie als Betroffene gerne als Erste erfahren.“ Am Morgen habe sie in der Zeitung gelesen, dass er ihr bereits die Parteiführung informiert habe. „Ich war bestürzt und konnte es nicht begreifen“, schildert Fröhlich ihre Gefühle.
Die Ungewissheit über den Fortgang ihrer Beziehung mit Seehofer bezeichnete sie als "sehr belastend" für die Schwangerschaft und die ersten Wochen mit ihrer kleinen Tochter. Mit Seehofer habe sie nach wie vor Kontakt. Der Vater kümmere sich auf seine Weise. „Er schickt SMS.“ Es interessiere ihn schon, wie es seiner Tochter und ihr gehe.
Seehofer gibt sich gelassen
Seehofer selbst gab sich am Mittwoch demonstrativ gelassen. Er zeigt Verständnis für die Diskussionen über sein Privatleben, schließlich sei er eine Person des öffentlichen Lebens: "Auch manche Fragen, die mir gestellt wurden, sind absolut akzeptabel, so lange daraus keine Kampagne gestrickt wird".
Den Wettstreit um den CSU-Vorsitz hält Seehofer trotz der besseren Umfragewerte des bayerischen Wirtschaftsministers Erwin Huber weiter für offen. "Ich erlebe jeden Tag zahlreiche Veranstaltungen mit viel Zuspruch unserer Mitglieder und auch der Bevölkerung. Ich glaube, dass vieles, was da jetzt gesagt wird, auch zum Geklingel in einem Wahlkampf gehört", sagte Seehofer der in Würzburg erscheinenden "Main-Post" (Mittwochausgabe). Er fügte hinzu: "Es gibt nur eine Wahrheit, die liegt an der Wahlurne."
Die Aussagen seiner Ex-Geliebten dürften seine Chancen bei den Christsozialen jedoch nicht erhöhen. Wie ein treuer Hund werden ihn die zum Teil sehr persönlichen Aussagen seiner Ex-Geliebten in den entscheidenden Wochen vor dem Parteitag im September begleiten.
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