Hugh Grant: Ein tollpatschiger Playboy wird 50
zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 14:16London (RP). Seinen 50 Geburtstag bewältigt Hugh Grant wie bisher alle Herausforderungen in seinem Leben: mit Selbstironie. "Ich habe mit Pilates angefangen, um jung zu bleiben", sagte er in einem Interview vor seinem Jubiläum.
"Ich gehe in ein Studio, wo es nur viele attraktive junge Mädels und den einen, traurigen alten Mann gibt – also ich." Keine vorgetäuschte Vorfreude auf die Vorzüge des Alters, keine geheuchelte Neugier auf das, was jenseits der Jahrhunderthälfte kommen mag. Warum auch. Bei dem, was bisher kam, war Grants ironisch verpackte Aufrichtigkeit sowohl verlässliches Schutzschild als auch effektives Erfolgsrezept.
Sein Job etwa sei ein "einziges Elend", wird Grant nicht müde zu klagen. Statt ehrfürchtig von den Herausforderungen der Filmkunst zu schwärmen, wie die meisten seiner prominenten Kollegen es tun würden, jammert Grant der Weltöffentlichkeit vor, wie sehr die Schauspielerei ihn langweile. Wie sinnlos es wäre, an die wenigen Erfolge als Charakterdarsteller anzuknüpfen ("Maurice", "American Dreamz") – solange er in seiner Paraderolle beinahe im Jahrestakt Kassenschlager liefere.
30 Millionen Zuschauer in Deutschland
Allein in Deutschland hat Grant mit Liebeskomödien wie "Notting Hill" (1999), "Bridget Jones" (2001, 2004) und zuletzt "Did You Hear About The Morgans?" 30 Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt. Sein Part ist immer der gleiche: der des Herzensbrechers, mal unbeholfen, mal unverbesserlich.
Interessant zu machen scheint Grant dabei, dass er hinter der Kamera eher als Playboy gilt denn als Saubermann. Und dieses Image pflegt. Als er in den Neunzigern mit Topmodel Liz Hurley zusammen war, bat er während eines Ausflugs über den Sunset Boulevard öffentlichkeitswirksam eine Prostituierte in sein Auto.
Hurley verzieh ihm für weitere fünf Jahre, das Publikum bis heute. Heute, da er – nach einer kurzen Beziehung mit Milliardärstochter Jemima Khan – das Junggesellenleben zelibriert. Glaubt man Berichten, taucht Grant schon mal mit mehreren Frauen in beiden Armen auf Partys auf – oder spendiert in Bars großzügig Drinks für Studenten in Oxford, wo der Sohn eines Offiziers und einer Lehrerin als Stipendiat studierte.
Grant spekuliert mit Immobilien
Auch tagsüber macht der gelernte Anglist lieber Geld statt einen guten Eindruck. Während Brad Pitt in New Orleans Ökohäuser für die Opfer von Hurrikan Katrina bauen lässt, kauft und verkauft Grant Luxusimmobilien in London. 17 Villen soll er in der britischen Hauptstadt zu Bestzeiten besessen haben, geschätzter Gesamtwert: bis zu 50 Millionen Pfund. Und während George Clooney als UN-Friedensbotschafter nach Dafur reist, macht Grant als talentierter Kunsthändler von sich reden: Fast 18 Millionen US-Dollar verdiente er 2007, als er ein Andy-Warhol-Portrait von Liz Taylor nach sechs Jahren weiterverkaufte.
Auch an einem Roman arbeitet er angeblich seit Jahren. Auf eine Veröffentlichung zu hoffen, scheint wenig aussichtsreich: Die Frage, was noch von ihn zu erwarten sei in den nächsten Jahren, wehrte Grant mit dem bewährten Schutzschild Ironie ab. "50 ist wirklich genug!"
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