Warum wir kurvige Frauen mögen: Faszination Vollweib
zuletzt aktualisiert: 30.01.2007 - 15:06Düsseldorf (RPO). Bei den Screen Actors Guild Awards in Los Angeles schlug die Stunde der Vollweiber: Gleich mehrere kurvige Schauspielerinnen räumten so richtig ab. Auch in Deutschland zeigen die weiblichen Stars wieder Kurven. Barbara Schöneberger, Christine Neubauer und Veronica Ferres machen es vor.
Kurven als Markenzeichen: Würde Barbara Schöneberger zehn Kilo abnehmen, würde ihr Wiedererkennungswert wohl drastisch sinken. Die Moderatorin geht offensiv mit ihrer Figur um, spart nicht an Selbstironie - und hat damit Erfolg.
Christine Neubauer setzt ihr vermeintliches Manko sogar geschäftstüchtig ein. Ihr Buch "Die Vollweib-Diät. Mein Weg zur Wohlfühl-Figur" verkauft sich so gut, dass es inzwischen diverse Fortsetzungen gibt: ein "Vollweib-Kochbuch", ein Buch über das "Vollweib-Training", über "Vollweib-Beauty".
Glaubt man einer britischen Studie, sind kräftige Frauen für hungrige Männer besonders interessant. Knurrt der Magen, fliegen Männer tendentiell eher auf dicke Frauen. Nach einem guten Essen, so die Forscher der Unis Liverpool und Newcastle, kommen dagegen sehr schlanke Frauen besser an.
Ganz unabhängig vom Sättingszustand der Zuschauer bringen Frauen vom Schlag einer Christine Neubauer ein wenig Realität ins TV - passen doch die Zuschauerinnen vor den Fernsehgeräten nur im Ausnahmefall in Kleidergröße 36. Hinzu kommt: Nicht jede Filmfigur lässt sich überzeugend von einer 19-Jährigen mit Modelmaßen verkörpern.
Trotzdem bekommen Christine Neubauer und Veronica Ferres auf der Leinwand und dem TV-Bildschirm Rollen attraktiver Frauen - die vielleicht ein bisschen weniger unnahbar erscheinen, ein bisschen bodenständiger und ein bisschen herzlicher.
In Hollywood geht der Trend zu Kleidergröße Null - das entspricht der Kindergröße 152. Doch auch in den USA gibt es einen Gegenpol zum Schlank-Wahn. Bei den Screen Actors Guild Awards in Los Angeles räumten in der Nacht zum Montag gleich mehrere füllige Schauspielerinnen ab.
Chandra Wilson, America Ferrera und Jennifer Hudson erhielten Preise für ihre Rollen in US-Serien und -Filmen. Noch sind sie nicht in die erste Liga der Hollywood-Stars aufgestiegen. Doch ein Trend ist erkennbar.
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