Männer des Jahres: Federer schlägt den Papst
zuletzt aktualisiert: 04.11.2005 - 12:52München (rpo). Entscheidendes Kriterium: Herausragende Persönlichkeit. Auf einer großen Gala sind nun in München die "Männer des Jahres 2005" ausgezeichnet worden. Zur Auswahl standen Bewerber aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, so dass etwa Tennis-Crack Roger Federer mit Papst Benedikt XVI. konkurrierte.
Für Roger Federer ist das Siegen zwar längst Routine. Über seinen letzten Triumph musste das Schweizer Tennis-Ass am Donnerstagabend allerdings schmunzeln. Federer wurde in München als einer der "Männer des Jahres 2005" ausgezeichnet - und setzte sich damit in der Kategorie "International" gegen keinen Geringeren als Papst Benedikt XVI. durch.
"Das ist fast schon absurd", sagte der 24-Jährige nach seiner Ehrung. "Roger Federer und der Papst - ich sag mal, das kann man nicht vergleichen, er ist viel viel wichtiger als ich", stellte der Tennis-Weltranglisten-Erste klar. Dass sein "langjähriges Idol" Boris Becker die Laudatio hielt und ihn als einen "der sympathischsten Menschen, die ich kenne" ehrte, rührte Federer allerdings schon.
Bereits zum siebten Mal hatten die Leser des Magazins "GQ" gemeinsam mit einer prominent besetzten Jury ihre "Männer des Jahres" gewählt. In acht Kategorien wurden Auszeichnungen an "herausragende Persönlichkeiten" vergeben, die in diesem Jahr besonders beeindruckt haben.
So durfte sich Jürgen Klinsmann über seinen ersten Preis als Fußball-Bundestrainer freuen. Er verbreite Aufbruchstimmung und ein "Wir-Gefühl", hob Laudator Marcel Reif hervor. Live aus Los Angeles zugeschaltet, äußerte "Klinsi" den Wunsch, "dass es möglich wäre, solche liebenswerten Worte auch nächstes Jahr nach der WM zu hören." Auf Reifs Frage, gegen wen die deutsche Elf denn im Finale der WM gewinnen werde, gab sich Klinsmann gelassen: "Das ist mir eigentlich egal", sagte er und erntete dafür großen Applaus der versammelten Gala-Gäste, unter ihnen auch Jan Josef Liefers, Anna Loos und Eva Padberg.
Gemischte Gefühle
Neben Klinsmann und Federer wurden als "Männer des Jahres 2005" ausgezeichnet: Schauspieler Til Schweiger (Film), sein Kollege Sebastian Koch (Fernsehen), Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer (Wirtschaft), die Band Fettes Brot (Musik), die nur zu zweit erschien, weil bei Kollege Björn Beton "ein freudiges Ereignis ins Haus steht", Schauspieler Matthias Schweighöfer (Newcomer) und der Chef der Modemarke Diesel, Renzo Rosso (Mode).
Daneben vergab die "GQ"-Redaktion selbst Preise für den "Best Dressed Man" - und erstmals auch für das Lebenswerk Prominenter. Schauspieler Thomas Kretschmann nahm seine Ehrung als best-angezogener Herr offensichtlich mit gemischten Gefühlen entgegen. Er sei sich immer noch nicht ganz sicher, "ob es mir peinlich sein soll", vor den anwesenden Schauspieler-Kollegen ausgerechnet in dieser Kategorie ausgezeichnet zu werden, gab er zu bedenken. Kretschmann hat gerade in Peter Jacksons neuer "King Kong"-Verfilmung eine Rolle übernommen und spielt nun in einem US-Fernsehfilm den verstorbenen Papst Johannes Paul II.
Neuaufnahmen
In die neu gegründete "Liga der Gentlemen" wurden derweil aufgenommen: die Musiker Bryan Ferry, der sich mit zwei Songs für seine stets "großartige Zeit in Deutschland" bedankte, und James Last, Schauspieler Maximilian Schell, Fotograf Gunter Sachs und Hollywoodstar Christopher Lee ("Herr der Ringe", "Star Wars").
In seiner langen Karriere seien ihm ja schon unzählige Fragen gestellt worden, "eigentlich alle Fragen", schmunzelte Lee. Eine sei an diesem Donnerstag allerdings neu für ihn gewesen: "Was ist der Unterschied zwischen Mann und Frau", habe eine Journalistin von ihm wissen wollen. "Wenn Sie das nicht wissen, haben wir jetzt alle ein Problem", parierte der 83-Jährige zur allgemeinen Belustigung.
Außer in Deutschland gibt es den "GQ"-Award "Men of the Year" auch in Großbritannien und den USA. In der deutschen Jury saßen diesmal unter anderen Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, die TV-Moderatoren Reinhold Beckmann und Kai Pflaume sowie "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann.
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