Michelle Obama: First Lady mit falschen Wimpern
VON ULRIKE WINTER - zuletzt aktualisiert: 09.04.2009 - 07:26Düsseldorf (RP). Kleider, Oberarme, Absatzhöhe kaum ein Detail im Erscheinungsbild der Michelle Obama wurde im Rahmen ihres Europabesuchs nicht registriert, diskutiert und mit dem Auftreten europäischer Politiker-Gattinnen verglichen. Möchte man meinen. Nun stürzen sich Presse und Fan-Foren auf ein neues, bisher nicht ausgewertetes Accessoire der amerikanischen First Lady. Ihre Wimpern.
Die sind, so sieht es auf einer in London entstandenen Aufnahme aus, nicht echt und passen damit so gar nicht zum Stil der 45-Jährigen, für den sie inzwischen fast uneingeschränkt bejubelt wird.
Authentisch, bodenständig, natürlich das sind die Attribute, mit denen die Obamas die Welt erobern. Und die die First Lady bisher auch konsequent in ihrem Kleidungsstil umsetzte. So wurde die Juristin und Mutter binnen Monaten zur Stilikone, die Trends selbst setzt statt sich vom Zeitgeist zu angesagten Verschönerungsartikeln wie falschen Wimpern nötigen zu lassen.
Ärmellosen Kleider
Unbeirrt trägt sie die ärmellosen Kleider, die ihre Vorteile betonen, die durchtrainierten Oberarme, statt der klassischen Hingucker Taille und Dekolletée. Selbst zum Dinner bei Gordon Brown erschien sie in einer ärmellosen Schwarz-Weiß-Kreation der Kubanerin Isabel Toledo, die Michelle Obama schon für die Vereidigung ihres Mann einkleidete.
Auch einer ganzen Reihe alltagstauglicher US-Designer verhalf die First Lady im Eiltempo zu Kultstatus. Dem gerade 26-jährigen New Yorker Jason Wu zum Beispiel, der die weiße Robe entwarf, die Michelle Obama auf dem Ball zur Amtseinführung ihres Mannes trug. Oder Thakoon Panichgul, Schöpfer des violetten Kleides mit schwarzem Blumenmuster, in dem sie in Frankreich Carla Bruni traf.
Dabei setzt Michelle Obama längst nicht ausschließlich auf Designer. Sie kauft regelmäßig und gern von der Stange. Zum Frühstück bei den Browns in der Downing Street trug sie ein 18-Dollar-Top der Modekette J. Crew. Die Marke für die amerikanische Masse im mittleren Preissegment lieferte auch die Mäntel, die die Obama-Töchter Malia (10) und Sasha (7) zur Amtseinführung ihres Vaters trugen und dann zum Verkaufsschlager wurden.
Modische Vorbilder
Die Mädchen sind selbst auf dem Weg, modische Vorbilder für Gleichaltrige zu werden. Wenn es nach Michelle Obama geht, als Botschafterinnen des gleichen praktischen Stils wie der ihrer Mutter. Dass sie stattdessen zu Vorlagen für Barbie-Puppen wurden, kritisierte die First Lady deshalb scharf. Ihre Tochter sollen keine Modepüppchen werden, betont sie regelmäßig, sondern sich für spannendere Dinge wie Politik interessieren.
Vereinbar mit aufgeklebten Wimpern? Im Fall Michelle Obama irgendwie schon. Denn bei der Wahl der Wimpern entschied sie sich nicht für kostspielige Verlängerungen, die möglichst unbemerkt wirken sollen. Michelle Obama griff, wie die Bilder zeigen, zu einem klassischen Set aus dem Drogerieregal.
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