Tiefe Skepsis: Friedman denkt an Abschied aus Deutschland
zuletzt aktualisiert: 28.01.2005 - 05:31München (rpo). Der TV-Moderator und frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, denkt laut darüber nach, Deutschland zu verlassen. Als Grund nannte er im Nachrichtensender N24 den latenten Antisemitismus hierzulande.
"Es ist in den letzten 40 Jahren eher schlechter als besser geworden", betonte Friedman. Rechtsradikale Parteien wie die NPD würden legitimiert und in deutsche Länderparlamente gewählt.
"Ich stelle mir immer öfter die Frage, ob es richtig war und ist, in diesem Land zu leben", sagte Friedman. Nicht nur der Rechtsradikalismus mache ihm Sorge, "sondern auch die schweigende Mehrheit". Der Aufstand der Anständigen finde nicht statt. "Ohne diesen Aufstand der Anständigen wird es keine Zukunft geben. Deswegen meine tiefe Skepsis."
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