"Ich weiß, dass ich recht habe": Gabriele Pauli zieht Klage zurück
zuletzt aktualisiert: 13.04.2007 - 11:29München/Zirndorf (RPO). Im Streit um die "Latex-Fotos" im Gesellschaftsmagazin "Park Avenue" hat die Fürther Landrätin Gabriele Pauli (CSU) offenbar einen Rückzieher gemacht. Auf ihrer Homepage erklärte sie: "Ich muss nicht vor Gericht Recht bekommen, ich weiß, dass ich recht habe."
Sie verzichte auf ihren eingereichten Antrag auf einstweilige Verfügung, mit der sie die Weiterverbreitung der Bilder verhindern wollte. Vor Gericht werde Aussage gegen Aussage stehen, schrieb Pauli zur Begründung.
Beim Münchner Landgericht, wo über das Verfahren am kommenden Donnerstag verhandelt werden sollte, war der Verzicht auf den Antrag allerdings bis Freitagmittag noch nicht eingegangen, wie ein Gerichtssprecher sagte.
"Park Avenue" hatte unter der Überschrift "Sankt Pauli" Bilder der CSU-Politikerin gezeigt, die diese in Domina-Pose mit Latex-Handschuhen zeigen. Die als schärfste Kritikerin Edmund Stoibers auftretende Kommunalpolitikerin sah sich durch die Zusammenstellung von Text und Bildern in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt.
Außerdem warf sie dem Blatt vor, die Zitate und Bilder unautorisiert veröffentlicht zu haben. Laut Landgericht stellte "Park Avenue" den Sachverhalt allerdings so dar, dass Pauli sowohl die Bilder als auch die Zitate zur Veröffentlichung freigegeben habe.
"Zeit und Energie möchte ich auf das lenken, was für mich wesentlich ist, nämlich weiter daran zu arbeiten, dass die CSU sich in Stil und Inhalt reformiert", argumentierte Pauli. Sie lege dem Magazin nahe, den durch seine "Medienkampagne" erzielten Gewinn der Deutschen-Kinder-Krebsstiftung zur Verfügung zu stellen.
Dem Landgericht München dagegen war am Freitagvormittag noch nicht bekannt, dass Pauli nun doch keine Auseinandersetzung anstrebt. "Eine etwaige Antragsrücknahme ist beim Gericht nicht zu den Akten gelangt", sagte Gerichtssprecher Peter Guntz auf Anfrage.
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