Menschenrechtler reichen Klage ein: Gericht prüft Madonnas Blitz-Adoption
zuletzt aktualisiert: 21.10.2006 - 22:23Blantyre (RPO). Ein Gericht in Malawi will am Freitag Madonnas umstrittene Blitz-Adoption prüfen. 67 Menschenrechtsgruppen hatten Klage eingereicht. Madonnas Anwalt Allan Chinula hatte für die US-Popdiva eine Genehmigung erwirkt, den einjährigen David aus Malawi zunächst für 18 Monate bei sich aufzunehmen. Normalerweise müssen Ausländer vor einer Adoption mindestens 18 Monate lang in Malawi gelebt haben.
"Wir sind nicht unbedingt gegen die Adoption - aber wir fürchten, dass damit die Gesetze ausgehölt werden und dass die Regierung dem Menschenhandel damit Tür und Tor öffnet", sagte Menschenrechtsaktivist Undule Mwakasungura als Sprecher des Bündnisses der Nachrichtenagentur AFP.
Madonna habe nach nur acht Tagen im Lande das vorläufige Sorgerecht für anderthalb Jahre erwirkt - "Übeltäter könnten jetzt auf den Zug aufspringen und unsere Kinder missbrauchen". Die 48-Jährige Madonna hatte den 13 Monate alten Halbwaisen David am Dienstag zu sich nach London geholt. Das 13 Monate alte Kind wurde am frühen Morgen von einer Assistentin und einem Bodyguard des Popstars eingeflogen und unter Polizeischutz vom Flughafen Heathrow in sein neues Heim gefahren.
Ihre Adoption war weltweit scharf kritisiert worden. Gegenüber dem US-Magazin "People" zeigte sich die Sängerin überrascht: "Nie hätte ich gedacht, dass die Medien, die Regierung oder Menschenrechtsorganisationen sich gegen meinen Versuch wenden könnten, das Leben eines Kindes zu retten. In einem offenen Brief rechtfertigte sie die umstrittene Adoption. Darin schreibt Madonna, dass sie und ihr Mann Guy Ritchie schon vor Monaten das Adoptionsverfahren eingeleitet hätten. Sie wollte ihre Absichten nicht bekannt geben, weil das eine Familienangelegenheit sei.
Madonna hat zwei leibliche Kinder: die neunjährige Lourdes Maria und den sechsjährigen Rocco. Seit Anfang Oktober hatte sich der Popstar in Malawi aufgehalten, um verschiedene soziale Hilfsprojekte auf den Weg zu bringen, darunter auch ein Heim für Aids-Waisen. Ihre Wohltätigkeitsorganisation «Raising Malawi» errichtet dort ein Zentrum, das 4000 Kindern Obdach, Lebensmittel und Schule bieten soll.
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