Catherine Zeta-Jones wird 40: Glück oder Graus?
VON JÖRG ISRINGHAUS UND SEBASTIAN KUNIGKEIT - zuletzt aktualisiert: 25.09.2009 - 07:31New York (RP). Schauspielerin Catherine Zeta-Jones feiert ihren 40. Geburtstag – ein Alter, das viele als Wendepunkt betrachten. Doch Psychologen winken ab. Mit 40 sei die Vitalität ungebrochen – und das Beste komme noch.
Alles ist relativ zum Glück auch das Alter. War der 40.Geburtstag früher noch ein Grund, am Leben zu verzweifeln, verschiebt sich das gefühlte Alter heute offensichtlich mit jedem Geburtstag weiter in Richtung Jugend. 40 fühle sich wie 30 an, behauptet Katharina Witt, und für Pamela Anderson ist die Zahl 40 sogar "die neue 20".
Trost spenden will auch ein neuer, amüsanter Ratgeber aus dem Knaur-Verlag: "Happy 40" heißt er und behauptet im Untertitel "Die Welt ist voller Möglichkeiten". Schauspielern Catherine Zeta-Jones hat das Büchlein sicher noch nicht gelesen: Sie feiert ihren heutigen 40. Geburtstag in aller Stille. So ganz scheint der 40. seinen Schrecken nicht verloren zu haben.
Feier in aller Stille
Die Zahl 40 bringe viele Menschen dazu, die Bilanz ihres bisherigen Lebens zu ziehen, sagt die Leverkusener Psychologin und Psychotherapeutin Friedgard Rothe-Wolleschak. Wie sehr das jemandem zu schaffen macht, liege auch daran, worüber er sich selbst definiert. "Wenn das nur über ein Schönheitsideal läuft, ist das schwierig", sagt sie. Vielleicht ein Grund, warum viele Promis sich mit dem Altern besonders schwer tun.
Bei Diva Zsa Zsa Gabor etwa variieren die Angaben um zwei Jahrzehnte, bei Modeschöpfer Karl Lagerfeld sollen es immerhin fünf Jahre sein. Nur Sängerin Anastacia gestand vor ihrem 35. Geburtstag, dass sie eigentlich 40 wird – weil sie sich darüber freute. Für Prominente, etwa für Schauspieler, die von ihrem Aussehen leben, eine ungewöhnliche Reaktion.
Hollywoodstar Keanu Reeves etwa musste ab 40 zur Therapie, Woody Allen war an seinem 40. angeblich traumatisiert. "Ich verfalle in Depression, bin am Boden zerstört. Ich mag keinen dieser runden Geburtstage", sagte der Regisseur. "Und die kleinen gemeinen, die dazwischenliegen, auch nicht." Midlife Crisis mit 40? Vor allem weibliche Stars mussten sich bisher mit dem Fakt auseinandersetzen, dass die Zahl der Rollenangebote ab 40 zurückgeht.
Hollywood mag Frauen ab 40
Doch auch hier scheint ein Wandel stattzufinden. Schauspielerinnen wie Jennifer Aniston, Renee Zellweger oder Cate Blanchett alle in diesem Jahr 40 geworden sind nach wie vor gut im Geschäft, zieren Cover von Magazinen und gelten vom Aussehen her als Maßstab. Selbst wenn sie, wie Zeta-Jones sagte, als Darstellerin nun ein anderes Kapitel aufschlägt. "Ich bin jetzt wohl eher auf die Mutterrollen abonniert."
Psychotherapeutin Friedgard Rothe-Wolleschak glaubt, dass der 40. Geburtstag als "Einschnitt" oder gar "Wendepunkt" überbewertet wird. "Die Vitalität ist heute mit 40 ungebrochen." Die Zahl werde vor allem umgangssprachlich thematisiert, mit stichelnden Bemerkungen im Bekanntenkreis zum Beispiel. Auch ihr selbst ist es so ergangen. Als ihr 40. Geburtstag anstand, verkündete eine Freundin: "Jetzt geht's bergab."
"Da war ich schon schockiert", so Rothe-Wolleschak, und fügt hinzu: "Natürlich ist da auch ein wenig Koketterie dabei." Denn fast jede zweite Frau um die 40 glaubt, so eine repräsentative Umfrage, dass die schönsten Lebensjahre noch vor ihr liegen. Die Psychologin kann alle End-Dreißiger, die mit Sorge auf den nächsten runden Geburtstag blicken, beruhigen: "Da wird oft ängstlich drauf geguckt, um dann festzustellen: Da passiert eigentlich gar nichts."
Im Gegenteil. Manche helfen dem Glück in der kommenden Lebenshälfte auch ein wenig auf die Sprünge und heiraten zum Beispiel. Carla Bruni gab mit 40 dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy das Ja-Wort, einem Mann, der 13 Jahre älter ist als sie. Männer wählen gerne die andere Richtung: Rocker Keith Richards heiratete mit 40 das 13 Jahre jüngere Fotomodell Patti Hansen.
Bei Catherine Zeta-Jones beträgt der Altersunterschied zum Ehemann sogar 25 Jahre – Michael Douglas wird ebenfalls heute 65. Ein Alter, das wohl wesentlich eher als Einschnitt wahrgenommen werde, sagt die Psychologin. Wahrscheinlich hängt aber auch das von der seelischen Verfassung des Geburtstagskindes ab. Ob 65 oder 40 – am Ende bleibt doch alles relativ.
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