"Er liebte Explosionen": Hunter S. Thompson fliegt in die Luft
zuletzt aktualisiert: 21.08.2005 - 12:16Woody Creek/USA (rpo). Wer ein ungewöhnliches Leben geführt hat, der kann es auch nach seinem Tod noch einmal so richtig krachen lassen. Und so wurde am Samstag die Asche des verstorbenen amerikanischen Journalisten und Schriftstellers Hunter S. Thompson mit einem lauten Knall in alle Winde zerstreut.
Gemäß seinem Letzten Willen wurde sie in die Luft geschossen - von einem eigens dafür konstruierten Turm, dessen Spitze Hunters Wahrzeichen, die Gonzo-Faust, ziert.
Dazu wurde unter dem Beifall von Familie und Freunden, darunter die Schauspieler Bill Murray und Johnny Depp, ein Feuerwerk abgebrannt. Thompson hatte sich im Februar im Alter von 67 Jahren in seinem Haus in Aspen erschossen.
"Er liebte Explosionen", sagte seine Witwe Anita am Samstag zu der ungewöhnlichen Beisetzung, die die Familie im Kreis von rund 250 Gästen mit Musik und - ganz im Sinne des Verstorbenen - mit viel Alkohol feierte.
Thompson schrieb viele seiner Reportagen im volltrunkenen Zustand - was er stets thematisierte, weil nach seiner Überzeugung der Autor ein untrennbares Element eines Textes ist. "Gonzo-Journalismus" nannte er seinen der Nachrichtensprache diametral entgegengesetzten Stil.
Sein bekanntestes Werk, "Angst und Schrecken in Las Vegas", wurde 1998 mit Johnny Depp in der Hauptrolle verfilmt. Der Schauspieler übernahm jetzt den Großteil der Kosten für die Beisetzung.
Ein alter Freund Thompsons beklagte am Samstag allerdings, die Feier sei eine Hollywood-Inszenierung: "Ich bin sicher, so hätte Hunter es nicht gemacht", sagte George Stranahan. "Aber wenn Deine Freunde einen Fehler machen, musst du sie unterstützen."
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