Sophie Marceau im Kino mit "LOL": "Ich arbeite gern mit meinen Liebhabern"
zuletzt aktualisiert: 22.08.2009 - 12:59Berlin (RPO). Die französische Schauspielerin Sophie Marceau ("La Boum") steht gern mit ihren Liebhabern vor der Kamera. "Ich habe immer mit den Männern gearbeitet, in die ich verliebt war", sagte Marceau, die ab Donnerstag (27. August) als Mutter einer 15-Jährigen in dem Film "LOL" im Kino zu sehen ist.
Die 42-Jährige ist mit ihrem Kollegen Christopher Lambert ("Highlander") liiert. Es sei "großartig" mit ihm zusammenzuarbeiten, schwärmt sie im ddp-Interview.
"Das heißt nicht, dass ich alle meine Filme mit Christopher mache", sagte sie. Jüngst stand das Paar für eine Liebesgeschichte vor der Kamera. Sie halte es jedoch für "komisch", nicht mit dem Menschen zusammenarbeiten zu wollen, den man liebe.
Marceau wurde als 13-Jährige Anfang der 80er Jahre mit dem französischen Teenie-Film "La Boum" über Nacht berühmt. "Das war eine große Veränderung in meinem Leben und ein schweres Geschenk". Seither habe sich zwar die Welt, in der Teenager leben, verändert: "Der Druck auf ihren Schultern ist sehr groß." Die Rolle des Teenagers bleibe jedoch die gleiche.
Die zweifache Mutter gab den Nachwuchsschauspielern während der Dreharbeiten auch mütterliche Ratschläge. "Man möchte beschützend sein und vor den Gefahren warnen wie Rauchen", sagte sie. "Man versucht ihnen zu helfen, aber es ist ihr Leben und ihre Wahl." Sie selbst brauche die Erfahrungen als Mutter einer pubertierenden Tochter noch nicht für die Erziehung ihrer sieben Jahre alten Tochter. Das sei noch zu früh.
Teenagerliebe und Elternstress in "LOL"
Einfach mal wieder richtig laut loslachen. Das wünscht sich Lola (Christa Theret), als sie nach den Ferien erfährt, dass ihr Freund Arthur sie betrogen hat. Als wäre das nicht schlimm genug, schläft ihre Mutter Anne (Sophie Marceau) wieder heimlich mit ihrem Ex-Mann, Lolas Vater. In "LOL (Laughing out Loud)" beschreibt Regisseurin Lisa Azuelos die Leidenschaften von Teenagern und hebt dabei besonders deren Kommunikation über Internet-Chats und SMS hervor. Auch die Konflikte zwischen dem pubertierenden Mädchen und seiner Mutter kommen nicht zu kurz.
Eigentlich stehen sich Lola, die von ihren Freunden Lol genannt wird, und ihre Mutter sehr nah. Das wird spätestens deutlich, als die 15-Jährige zu ihrer Mutter und der kleinen Schwester in die Badewanne steigt. Die intime Szene wird jedoch jäh von Annes erstauntem Ausruf, ob sich ihre Tochter die Scham rasiere, gestört. Die peinlich berührte Jugendliche verlässt daraufhin empört das Bad.
Nach solchen Auseinandersetzungen ist Lola froh, wenn sie mit ihren Freunden chatten kann. Die moderne Kommunikation per Handy und Internet ist für ihre Generation normal. Abkürzungen wie "lol", "cu", "hdl" und Smileys wie ":-)", ";-)" oder ":-(" gehören zur Sprache dazu. Immer wieder unterhalten sich die Jugendlichen über digitale Medien. Diese Art der Mitteilung nutzen auch Mutter und Tochter. So schreiben sie sich per SMS, wenn sie Lust auf Kuscheln und Reden haben.
Privat kann Marceau mit dem Internet-Jargon wenig anfangen. "Ich überlasse den Teenagern ihre Sprache und ihre Art zu leben", sagte Marceau, die selbst zwei Kinder hat, im ddp-Interview. Sie verstelle sich vor den Jugendlichen nicht. "Ich gebe nicht vor, 13 zu sein und rede wie sie. Ich glaube, das würden sie auch nicht mögen." Marceau wurde 1980 als 13-Jährige mit der Teenager-Komödie "La Boum - Die Fete" bekannt, die sie vor allem in Frankreich zum Jugend-Idol machte. Zwei Jahre später spielte sie in der Fortsetzung "La Boum 2".
Regisseurin Lisa Azuelos erfindet die Probleme der Jugendlichen in ihrem Film nicht neu: Erster Liebeskummer, erste große Party, erster Sex. Dennoch behandelt der Film keine abgedroschenen Klischees. Er spiegelt vielmehr sehr unterhaltsam das zuweilen recht anstrengende Teenie-Leben wieder. Authentizität erhält der Film durch die gecasteten französischen Jugendlichen. In der Teenie-Clique habe bislang nur die Schauspielerin Christa Theret Erfahrung vor der Kamera, alle anderen seien normale Teenager, sagte Azuelos.
Der Film wird aus der Perspektive von Lola erzählt. Die Teenie-Komödie ist jedoch nicht nur für Jugendliche gedacht. Auch Annes Leben läuft nicht optimal: Die Beziehung zum Ex, ein neuer Flirt und das gemeinsame Kiffen im Freundeskreis. Bei all dem Gefühlschaos könnte sie selbst der Teenager sein. Leider lässt die Regisseurin tiefgreifendere Fragen über das Innenleben der Mutter meist unbeantwortet und konzentriert sich stark auf die Tochter.
Der Film endet mit dem Hinweis, die Geschichte beruhe auf wahren Begebenheiten. Diese Themen änderten sich nie, betont die Regisseurin. Und so eignet sich der Teeniefilm auch gut für einen gemeinsamen Kinobesuch von Mutter und Tochter.
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